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Ich zähl Schafe, bis ich schlafe: Hausmittel zum Einschlafen

 width=Gut schlafen und ausgeruht aufwachen – was erstmal einfach und normal klingt, klappt in der täglichen (oder wohl besser nächtlichen) Praxis mitunter nicht ganz so gut. Klar, das man ab und zu schlecht einschlafen kann, dass man vielleicht mal aufwacht in der Nacht und dann nicht so richtig Ruhe findet – all das kennt wohl fast jeder, und das ist auch normal. Und hier ist dann auch schon der erste Tipp: Einfach nicht so viel drüber nachdenken. Denn in Sachen Schlaf ist kaum etwas kontraproduktiver, als mit dem Gefühl im Bett zu liegen, dass man ja eigentlich unbedingt schlafen muss und die sich anschließende Frage: Warum klappt es nicht, was kann ich tun? A watched pot never boils, sagen unsere britischen Nachbarn – wenn man unbedingt den Erfolg will, klappt es oft schon allein deshalb nicht. Gelassenheit ist also das Gebot der nächtlichen Stunde – schlimmstenfalls steht man halt auf und gießt schon mal die Blumen, und am nächsten Abend ist der Spuk vorbei.

Allerdings:

So einfach ist es nicht immer. Es gibt viele Faktoren, die unseren Schlaf beeinflussen. Das liegt auch daran, dass unser Bewusstsein im Schlaf nicht völlig ausgeschaltet ist. Wir nehmen zum Beispiel Schmerzen, Geräusche oder Helligkeit wahr. Genau das kann unglücklicherweise die Schlafqualität massiv beeinträchtigen. Das hat unter anderem zur Folge, dass wir am nächsten Morgen aufwachen, uns gerädert, immer noch müde und nicht besonders fit fühlen.

Die Gute Nachricht

Viele Schlafstörungen lassen sich schon verbessern, wenn wir ungünstige Faktoren wie Lärm, helles Licht oder eine unbequeme Schlafumgebung minimieren. Und auch Omas Tipps sind oft nicht ohne Wirkung: Warme Milch oder Schäfchen zählen können tatsächlich helfen. Wer allerdings dauerhaft Schlafprobleme hat, der sollte besser seinen Hausarzt aufsuchen. Manchmal ist sogar eine Untersuchung im Schlaflabor oder etwa bei einem Neurologen sinnvoll. Kurzfristige Abhilfe versprechen aber oft schon einfache Kniffe, von denen wir die beliebtesten zusammengefasst haben:

Die Gute-Nacht-Milch
Das Glas warme Milch mit Honig ist ein beliebtes Hausmittel, viele schwören auf seine schlaffördernde Wirkung. Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Effekt allerdings nicht. Zwar enthält Milch das Hormon Melatonin, ebenso wie die Aminosäure Tryptophan, beides sind schlaffördernde Substanzen. Doch die Menge ist eher zu gering, um wirklich das Einschlafen zu beschleunigen. Warme Milch dürfte eher einen psychologischen Effekt haben: Sie macht satt und warm, sie entspannt, gibt uns so etwas wie ein Kuschelgefühl und hilft allein schon deshalb, zur Ruhe zu kommen.

Schäfchen zählen
Diese wohl bekannteste Einschlafhilfe kann tatsächlich helfen: Das Zählen ist ein sehr monotoner und reizarmer Vorgang. Es lenkt von Problemen und Gedanken ab, die einen am Schlaf hindern könnten. Natürlich sind die Schafe dabei nicht das Entscheidende, auch andere beruhigende, reizarme Gedanken können eine einschläfernde Wirkung haben. So hilft es auch, sich eine schöne Landschaft vorzustellen. Wichtig ist, dass man sich dabei entspannt. Wer sich beim Schäfchen zählen zu viel Druck macht, wird erst recht am Schlaf gehindert. Die Gedanken an den vergangenen Tag und die Sorgen von Morgen sollten auf jeden Fall nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden – da sind Schäfchen schon besser. Es lohnt sich übrigens, solche Entspannungsübungen schon einmal tagsüber zu üben – so fallen sie nachts oft leichter.

Lesen als Einschlafhilfe
Eine sinnvolle und nützliche Methode: Lesen hilft ähnlich wie Schäfchenzählen beim Abschalten und lenkt unser Denken von den Alltagssorgen ab. Allerdings nur, solange die Lektüre nicht zu emotional aufwühlt – der Thriller ist sicher weniger geeignet als etwa Reiseberichte oder ein Band mit Kurzgeschichten. Außerdem sollte man besser nicht direkt im Bett lesen, denn dann schläft man schon bei Licht und mit dem Buch in der Hand ein und wacht wieder auf.

Fernsehen hält wach
Weniger geeignet als das Lesen ist das Fernsehen. Das blaue Licht, das TV ebenso wie Computer und Smartphone ausstrahlen, scheint die Produktion von Melatonin zu hemmen. Es kann somit ein schnelles Einschlafen verhindern – und zwar trotz des vor-dem-Fernseher-Einschlafeffekts. Wir nicken vielleicht kurz weg, aber richtig Ruhe finden wir nicht.

Sport – aber nicht zu spät
Wer Sport treibt, wird müde und kann danach besser schlafen. Klingt soweit logisch und ist auch richtig. Allerdings benötigen Körper und Geist nach sportlichen Aktivitäten Zeit zum Abschalten. Deshalb sollte man spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Sport mehr treiben. Der ideale Zeitpunkt ist am späten Nachmittag. So bleibt dem Körper genug Zeit, um zur Ruhe zu kommen.

Warmduscher aufgepasst
Verhilft Duschen vor dem Schlafengehen zu ruhigen Nächten? Kommt darauf an. Kalt abduschen wirkt eher kreislaufanregend und vertreibt deshalb eher die Müdigkeit. Anders sieht es mit einer warmen Dusche oder einem Bad aus. Der Körper erwärmt sich dabei, das kann das Einschlafen erleichtern. Auch dicke Socken können hilfreich sein. Allerdings sind Socken im Bett bekanntlich nicht jedermanns Geschmack. Die Temperatur im Schlafzimmer spielt beim Einschlafen eine Rolle, sie sollte um die 18 Grad betragen.

Alkohol – auf Kosten des Tiefschlafs
Das Feierabendbier ist bei vielen beliebt. Tatsächlich fördert Alkohol ein rascheres Einschlafen. Aber: Alkoholkonsum führt zu einem weniger tiefen Schlaf. Man wacht infolgedessen nachts häufiger auf. Wer über einen längeren Zeitraum größere Mengen Alkohol zu sich nimmt, kann seine Schlaftiefe und -kontinuität nachhaltig stören.

Müller oder nicht: Wandern macht gesund!

 width=Das Wandern ist, wie man weiß, des Müllers Lust – aber nicht nur: Wandern ist auch Balsam für Körper, Geist und Seele, und wer mal unter den Begriffen „Wandern“ und „Zitat“ googelt, der findet etliche geradezu euphorische Bemerkungen dazu von vielen prominenten Zeitgenossen, angefangen bei Seneca bis hin zu Goethe, Heine oder Mark Twain. Fakt ist: Der Mensch ist ein Bewegungstier, so ist er von der Natur konzipiert und als solches hat er die die ersten großen Aufgaben seiner Evolution bewältigt. Inzwischen haben wir allerdings einiges unternommen, um uns das Leben leichter zu machen, und angefangen bei dieser Geschichte mit dem Rad ermöglichen viele unserer Erfindungen zwar eine höhere Mobilität, allerdings auf Kosten unserer natürlichen Art der Fortbewegung.

Heute weisen Forscher an vielen Stellen nach,

wie die Kultur des Wanderns bereits nach kurzer Zeit der Gesundheit nützt. Schon das Wandern kurzer Strecken in Verbindung mit Koordinations- und Lockerungsübungen fördert die Gesundheit nachweislich. So nimmt zum Beispiel das Körpergewicht ab, der Body-Mass-Index bessert sich und der Blutdruck sinkt. Werfen wir also einen etwas genaueren Blick auf die Vorzüge der regelmäßigen Bewegung zu Fuß:
Ausdauerndes Gehen übt – ähnlich wie ein langsamer Dauerlauf – Einfluss auf den Fettstoffwechsel und das Immunsystem aus. Wenn zusätzlich einige pulsbeschleunigende Anstiege oder schnellere Etappen auf dem Plan stehen, profitiert auch der Kreislauf davon. Insgesamt braucht es zwar etwas länger, sich auf diese Weise körperlich fit zu machen, aber der Effekt hält auch länger an und birgt nicht – wie etwa bei einem harten Leistungstraining – die Gefahr von Überforderung oder Verletzungen. Nahezu nebenwirkungsfrei werden Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Atmung, Muskeln und Stützgerüst gestärkt, während zum Beispiel das Risiko von Infarkt oder Diabetes deutlich abnimmt.

Mehr als ausgedehnte Leistungsmärsche spielt dabei eine gewisse Regelmäßigkeit eine maßgebliche Rolle. Wer kontinuierlich etwa 2.000 Kalorien pro Woche für körperliche Bewegung verwendet, ist deutlich weniger krank, wird im Notfall schneller wieder gesund und lebt nachweislich länger. Besonders vorteilhaft ist, dass Wandern in seinen vielfältigen Formen ein ganzes Leben lang ausgeübt werden kann und selbst im hohen Alter noch nachweisbare Trainingseffekte zeigt.

Schauen wir uns einige gesundheitsfördernde Aspekte des Wan­derns im Detail an:

Herz und Kreislauf:
Regelmäßige und moderate Bewegung senkt das Risiko, an Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken. Wandern stärkt das Herz-Kreislauf-System und führt zu neurophysiologischen Verbesserungen

Übergewicht:
Ca. 350 Kcal pro Stunde verbrennt man bei einer leichten Wanderung, bei einer Wanderung im Gebirge oder mit angezogenem Tempo steigt der Verbrauch auf über 500 Kcal. Wandern stellt eine Ausdauersportart dar, die sich im Gegensatz zu anderen Ausdauersport­arten auch gut von Menschen mit Über­gewicht durchführen lässt, angepasst an die individuelle Kondition. Durch das hohe Eigen­gewicht verbrauchen gerade Übergewichtige sogar mehr Energie als der Durchschnitt.

Bewegungsapparat:
Im Bereich der unteren Extremi­täten werden Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder stabilisiert bzw. gestärkt. Es kommt damit zu einer Entlastung der Knie und Hüftgelenke, zum Training der gesamten Haltemuskulatur des Körpers (Wirbelsäule, Körperhaltung). Das allgemeine Verletzungsrisiko verringert sich.

Immunsystem:
Regelmäßige Bewegung bewirkt eine Stärkung des Immunsystems und damit eine geringere Anfälligkeit gegenüber Infektionskrank­heiten

Diabetes:
Bewegung erhöht die gestörte Glukose­toleranz und Insulinsensitivität durch die Vermehrung der körpereigenen Insulinzellen. Die Ausübung von Sport gestaltet sich für Diabetiker jedoch oft nicht unproblematisch: Generell sind längere Belastungen mit niedriger Intensi­tät, wie also etwa das Wandern, kurzen Belas­tungen mit hoher Intensität vorzuziehen. Zur Sicherheit sollte jedoch der Arzt befragt werden.

Atemwege:
Regelmäßiges Wandern führt zur Ver­größerung des Atemzugvolumens und der Lungenkapazität. Beides hat auf mittlere Sicht eine tiefere, regelmäßigere Atmung, eine geringere Atemfrequenz und eine bessere Durchblutung der Lunge zur Folge.

Stimmungslage:
Langandauerndes Gehen verstärkt u.a. infolge eines veränderten Stoffwechsels die Pro­duktion körpereigener Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin. Damit verbinden sich Gefüh­le des Wohlbefindens und Glücks und die Reduzie­rung von negativen Stimmungen wie Trauer, Angst und Ärger.

Stress:
Studien haben gezeigt, dass es ausreicht, das Bild einer Landschaft zu betrachten oder aus dem Fenster zu schauen, um Puls, Blutdruck und Muskeltonus zu senken und die Ausschüttung von Stresshormonen zu reduzieren. In der freien Natur und kombiniert mit Bewegung verstärkt sich dieser Effekt noch.

Ist Wandern also ein Wundermittel?

Vielleicht kein Wunder-, auf jeden Fall aber ein gutes Präventionsmittel. Ruhige Bewegung im Grünen beruhigt und entstresst. Wanderer fühlen sich nach der Wanderung allgemein fitter, empfinden sich als deutlich zufriedener und fühlen sich nach der Tour körperlich leistungsfähiger. Trotz besserer Gesundheit und möglicher Glücksgefühle beim Wandern sollten Anfänger die Belastung für den Körper also nicht unterschätzen.

Aber als gute Nachricht zum Schluss:

Es müssen ja nicht immer gleich die Alpen sein. So gut wie überall in Deutschland lassen sich nach einem Stündchen mit Auto oder Bahn schöne Wandergebiete erreichen; und wem das nicht reicht, der findet hier auf jeden Fall schöne Gelegenheiten zum Trainieren, wenn dann im Urlaub die große Bergtour ansteht.

Flüssiges Gold für die Gesundheit: Heilsamer Honig

 width=Seit Jahrtausenden essen die Menschen ihn gern, und fast ebenso lang nutzt ihn die Volksmedizin auch als Heilmittel für verschiedene Leiden und Wehwehchen: Die Rede ist, natürlich, vom Honig.

Honig ist die Nahrungsreserve der Bienen für den Winter,

wenn draußen nichts anders mehr zu finden ist. Er wird von Honigbienen aus dem Nektar von Blüten oder aus Honigtau erzeugt – allerdings erst dann, wenn ausreichend Nektar oder Honigtau zusammengetragen wurde und der Bedarf für die unmittelbare Ernährung des Bienenvolkes und die Aufzucht der Brut gedeckt ist.

Die Menschen kamen schon früh darauf,

dass, was den Bienen durch den Winter hilft, auch für uns nützlich ist: Schon in der Steinzeit entdeckte der Mensch Honig als Nahrungsmittel, was zum Beispiel etwa  9000 Jahre alte Höhlenmalereien mit „Honigjägern“ zeigen. Honig war zunächst das einzige Süßungsmittel, das den Menschen zur Verfügung stand, der den wild lebenden Bienenvölkern abgenommene Honig wurde aber auch als Köder bei der Bärenjagd eingesetzt. Und fast ebenso früh zeigte sich, dass Honig nicht nur lecker ist, sondern auch heilend wirken kann.

Honig,

betrachtet man ihn physikalisch-chemisch, ist nichts anderes als eine übersättigte Zuckerlösung: Rund 80 Prozent Zucker, darunter Frucht- und Traubenzucker, und etwa 20 Prozent Wasser. Erstmal nichts besonderes also. Was aber sind denn nun die heilenden Stoffe?

Genau das erforschten Biochemiker zum Beispiel in Neuseeland. Rund 60 Arten von Bakterien, darunter so gefährliche wie Staphylococcus aureus, können demnach mit Honig besiegt werden.
Vor allem jene Mikroorganismen reagieren empfindlich auf Honig, die immer wieder bei Wundinfektionen zu finden sind. In einer Studie wurde er im Vergleich zu etablierten Medikamenten als Heilmittel bei Brandwunden getestet. Das Fazit der Wissenschaftler fällt eindeutig aus: Die mit Honigauflagen behandelten Wunden zeigten einen schnelleren Abbau der Entzündung, eine bessere Kontrolle der Infektion und insgesamt einen rascheren Wundschluss als die Wunden aus der Vergleichsgruppe.

Dennoch sind beim konventionellen Honigverzehr kaum Nebenwirkungen zu befürchten. In Abhängigkeit davon, welchen „Rohstoff“ die Bienen für die Herstellung benutzten, wurden zwar schon Allergien beobachtet, doch das kommt eher selten vor. Der hohe Fruchtzuckergehalt kann zu Durchfall führen, doch auch dieser Abführeffekt kann sogar von Vorteil sein: Ein paar Esslöffel Honig zählen in der Volksmedizin als wirkungsvolles Mittel gegen Verstopfung bei Kindern.

Honig für die Schönheit:

Schon Kleopatra soll ihn benutzt haben, ein Bad aus Milch und Honig machte die Haut nicht nur weich, die enthaltenen Stoffe im Bienenprodukt helfen darüberhinaus besonders gegen unschöne Pickel. Im Internet kursieren hunderte Rezepte für Gesichtsmasken mit Honig. Man kann ihn mit Hefe, Zitrone oder Tomaten mischen – je nach Hauttyp und Bedarf. Wichtig ist, einen Naturhonig zu verwenden – und am besten eine eher grobe Sorte, die dann gleich noch etwas peelt beim Abwaschen. Honig ist vor allem ein super Feuchtigkeitsspender, deshalb lässt er sich auch gut bei spröden Lippen verwenden.

Viele kennen ihn und jeder, der ihn schon mal hatte, bekommt ihn meistens immer wieder:

Herpes labialis. Meistens bleibt er 7 – 12 Tage. Er juckt, brennt und krustet an der Lippe. Durch seine antibakterielle Wirkung beschleunigt Honig auch hier den Heilungsprozess. Studien konnten belegen, dass der Herpes mit der Hilfe von Honig schon nach 3 – 5 Tagen verschwand.

Generell erfüllt die Gabe von Honig viele Kriterien der Polypharmazie:

Er enthält u. a. Flavonoide, die Vitamine E, C und B-Komplex, Kupfer, Zink, Aminosäuren und NO aus den Speicheldrüsen der Bienen. All das macht ihn schon zu einem kleinen Wundermittel der Natur.

Honig richtig behandeln:

Kristallisiert ein Honig zu Hause im Glas, kann er im Wasserbad erwärmt werden. Dabei verflüssigt er sich wieder. Dabei sollte man ihn allerdings nicht zu heiß werden lassen. Denn wenn Honig über 40 Grad Celsius erwärmt wird, gehen fast alle heilsamen Stoffe verloren.
Gleiches gilt für den Genuss von Honig in Tee oder Milch, die nicht zu heiß sein dürfen. Daher sollten Sie die Milch oder den Tee abkühlen lassen, bevor Sie den Honig hinzugeben. Alternativ kann man Honig auch separat zur Milch oder zum Tee einnehmen – wirkt genauso, aber die empfindlichen Bestandteile bleiben geschützt.

Verbraucherzentralen empfehlen, möglichst keinen allzu billigen Honig zu kaufen:

Häufig verbirgt sich dahinter Ware, die oft stark erhitzt wurde, um das Kristallisieren des Zuckers zu verhindern. Außerdem enthalten sie nicht selten zu viel Wasser sowie Rückstände von Antiobiotika.
Honig direkt vom Imker oder aus Reformhäusern hat eine Banderole mit dem DIB-Siegel des Deutschen Imkerbundes, der sehr strenge Kontrollen gewährleistet. Ein solcher Honig erfüllt die Qualitätsrichtlinien des DIB, ist garantiert in Deutschland hergestellt worden und enthält nur natürliche Inhaltsstoffe (Spuren von Chemie können natürlich immer und überall enthalten sein, denn Bienen sammeln Nektar überall dort, wo es blüht).

Perfekt für die Obst-Erntezeit: So finden Sie den optimalen Smoothiemaker

 width=Sie sind gekommen um zu bleiben: Smoothies haben ihren ersten Hype zwar hinter sich, doch sind sie dafür feste Bestandteile vieler Speisekarten, Supermarktregale und persönlicher Vorlieben geworden. Und das macht auch vollkommen Sinn: Gerade in sehr mobilen, schnelllebigen Zeiten ist ein Smoothie die einfachste Möglichkeit, schnell und ohne viel herumzuschleppen eine Menge gesundes Obst und – bei grünen Smoothies – Gemüse zu sich zu nehmen.

Was liegt da näher, als sie selbst zu machen?

Was liegt da näher, als sie selbst zu machen? Nicht nur spart man angesichts der gepfefferten Preise für Fertigprodukte bares Geld, auch sichert man so absolute Frische und kann sich den Mix nach persönlichem Geschmack zusammenstellen. Smoothies selber machen ist dabei aber nichts, was man mit der Standardausstattung des Haushalts bequem hinbekommt: Saftpressen helfen nur bei Orangen, Zitronen usw., nicht jedoch bei Mango oder Sellerie. Während normale Haushaltsmixer schnell den Dienst quittieren, wenn statt Milchshakes plötzlich roher Apfel oder Rote Beete verarbeitet werden soll. Der Pürierstab ist robuster, doch viel zu grob für schöne, cremige Smoothies. Hier braucht es spezielle Smoothiemaker – Mixer, die auf diesen Job von vornherein ausgerichtet sind.

Die Bandbreite reicht dabei von Einstiegsgeräten um die 30 Euro bis zu Gastronomie-Profiware jenseits der Tausendergrenze. Die enorme Preisspanne liegt an den folgenden Ausstattungsmerkmalen, die wir Ihnen hier vorstellen, um Ihnen zu helfen, das passende Gerät zu finden:

1. Größe

Bereits für ein paar Zehner gibt es kleine, leichte „to go“-Smoothiemaker, in die gerade genug für 1-2 Gläser passt. Charmant für unterwegs – doch die schmale Bauform und das Fliegengewicht erschweren wirklich feines Zerkleinern, die Smoothies sind damit etwas rustikaler und stückiger. Näher an die Profiqualität kommt man nur mit Geräten, die schwerer ausgeführt sind (fester Stand auch beim Zerkleinern harter Obst- und Gemüsesorten) und in vorteilhafter geformten, größeren Gefäßen bis zu 2 Liter fassen. Diese sind dafür hingegen in guter Qualität auf jeden Fall im dreistelligen Kostenbereich angesiedelt und nicht mal eben zum Picknick mitgenommen.

2. Messerqualität

Die perfekten Messer für Smoothies sind flach, lang und relativ stumpf. Viele kurze, scharfe Klingen sehen nach Performance aus, doch führen zu stückigen Getränken. Während die Zahl der Klingen kaum aussagekräftig ist, sollte man daher genau hinsehen, wie lang, dick und scharf sie sind. Die richtigen Klingen kosten, weil sie in der Bauform unüblicher sind und vom Hersteller nicht mal eben vom Küchenmixer „ausgeliehen“ werden können – doch wer cremige Smoothies mag, sollte die Investition nicht scheuen.

3. Geschwindigkeit und Kraft

Ein feiner Smoothie muss mit möglichst hoher Geschwindigkeit zerkleinert werden – dabei braucht es angesichts der (im Fall guter Modelle) eher stumpfen Messer ordentlich Kraft. Lassen Sie sich nicht von Drehzahlangaben blenden – was zählt, ist die Geschwindigkeit an den Messerspitzen (wird sie nicht angegeben, können Sie sie anhand von Drehzahl und Messerlänge berechnen). Genauso wichtig ist das maximale Drehmoment des Motors, denn je höher dieses ist, desto härtere Zutaten kann der Smoothiemaker auch bei hohen Geschwindigkeiten verarbeiten. Während es recht günstig ist, hohe Drehzahlen zu erzielen, kosten Motoren mit mehr Drehmoment auch mehr Geld… Doch entscheiden diese eben darüber, ob Sie auch aus festerem Obst und Gemüse (auch mal z.B. mit Beimischung von Nüssen oder Kernen) cremige Smoothies zubereiten können. Wie hoch Sie hier bei Drehmoment und Preis gehen sollten, hängt also davon ab, was für Smoothies Sie gerne trinken.

4. Behälter

Von zahllosen Haushaltsgeräten haben wir gelernt, dass runde Glasbehälter im cleanen Design Hochwertigkeit versprechen. Nicht so bei Smoothiemakern: Dort ist das die ungünstigste Variante. Robuste Kunststoffe und eher zerklüftete Bauformen – z.B. mit quadratischer Grundform, vieleckigem Aufbau mit kleinen „Nischen“ – sind zwar schwerer zu reinigen und sehen nicht so schick aus, führen aber zu einer viel besseren Verwirbelung der Zutaten und damit zu richtig feinen Smoothies. Sie sind aber auch aufwändiger herzustellen, gerade aufgrund der unüblicheren Form. Ein Muss ist BPA-freier Kunststoff – schließlich wollen Sie kein Gift im gesunden Smoothie. Ebenfalls sollten Sie sich spülmaschinengeeignete Modelle gönnen. Auch wenn all das mehr kostet, führt es schließlich zu viel besserer Qualität und sorgenfreiem Gebrauch.

Natürlich werben Hersteller darüber hinaus mit allen möglichen Extra-Features wie Automatikprogrammen für verschiedene, typische Smoothies, Selbstreinigung und so weiter. Schauen Sie selbst, was Sie überzeugt – doch eigentlich ist es relativ einfach, einen Smoothie zu mixen, während die Reinigung zerklüfteter (und damit guter) Behälter immer etwas fummelig ist, selbst wenn die Spülmaschine oder ein Reinigungsprogramm helfen.

Übertreiben Sie es nicht mit der Gesundheit

Kein Scherz: Zu viel der leckeren Vitaminbomben ist auch nicht gesund. Erstens haben zumindest Obst-Smoothies ganz schön viel Zucker, zweitens kann man auch Vitamine überdosieren und drittens nimmt man bei grünen Gemüse-Smoothies deutlich mehr Stoffe aus dem Gemüse auf, als man es täte, wenn man die Zutaten unzerkleinert, also z.B. im Salat oder als Beilage, äße. Die Dosierung ist am Ende aber ganz einfach: Sie wissen ja, was Sie in den Smoothiemaker hineingeben. Trinken Sie nicht wesentlich mehr Obst und Gemüse im Smoothie, als Sie auch in Ihren besten Vorsätzen unzerkleinert zu sich nehmen würden – wir kennen niemanden, der pro Tag 20 Äpfel und 15 Stangen Sellerie verzehren würde…

Der neuste Trend: Smoothie Bowls

Es ist ein neuer Trend, Smoothies inzwischen in Form von sogenannten Bowls“ zu genießen. Die Smoothies werden in Schüsseln (Bowls) serviert und können dann gelöffelt werden. Dafür muss er dickflüssiger sein als die üblichen Smoothies. Auch hier sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Einfach Früchte oder Gemüse pürieren und z.B. mit Milch, Joghurt oder Kefir kombinieren. Als Topping eignen sich beispielsweise Beeren oder Nüsse.

Guten Appetit!

Tipps für ein starkes Immunsystem

 width=Wir können nicht keimfrei leben. Und wir brauchen die fremden Keime, damit unser Immunsystem immer wieder trainiert werden kann, sozusagen geupdatet wird. Daher unsere klare Empfehlung, jetzt im Sommer rechtzeitig das Immunsystem zu stärken, damit wir uns in Zukunft gut schützen können vor schädigenden Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten.

Essen und Trinken

Naturnahes, vitalstoffreiches, saisonales Obst, Gemüse, Salat und viele Kräuter sowie Gewürze wie Curcuma, Ingwer, Zimt, Zwiebel, Knoblauch, Bärlauch. Trinken Sie mindestens 2.5 l stilles Wasser täglich. Meiden Sie Abwehrkiller wie Alkohol, zu viel Koffein oder Rauchen.

 

Natürliches Schutzschild im Darm aufbauen

80 % unseres Immunsystems sind auf der Darmschleimhaut angesiedelt. Mit geeigneten Probiotika bauen Sie ein inneres Schutzschild auf und stärken die Abwehr. Ein Phytokomplex aus Salbei und Tulsikraut kann u. a. chronische Entzündungszustände abschalten, vor allem im Darm. Besonders die Leber atmet befreit auf, wenn man sie damit in ihrer Entgiftung unterstützt.

Stress und Schlaf: Das Stesshormon Cortisol bremst die Abwehr. Gönnen Sie sich Ruhe, ausreichend Schlaf und Entspannung. Liebevolle Achtsamkeit für sich und die Liebsten sind schon die halbe Miete.

Vitamine von A – Z

  • Natürliche Aronia-Extrakte – rot und immunstark
  • Grapefruitkern-Extrakt mit vielfältigen Effekten gegen Viren, Bakterien oder Pilze zur Vorbeugung oder bei akutem Infekt (speziell auch als Rachen- und Nasenspray oder zum Lutschen für Kinder)
  • Vitamin B als Komplex für intakte Schleimhäute (besonders der Bronchien), die Viren und Bakterien nicht passieren lassen
  • Vitamin C kennt jeder, aber kaum einer hat genug davon. Über eine regelmäßige Zufuhr freut sich der Organismus umso mehr, wenn er sich gegen ungewollte Eindringlinge wehren muss
  • Vitamin D haben viele Menschen zu wenig. Ein ausreichend hoher Vitamin D-Spiegel schützt und stärkt in vielerlei Hinsicht
  • Zink – der Immunbooster als Bestandteil von über 300 Enzymen ist sehr effektiv in der Immunabwehr

Für eine weitere ausführliche Beratung stehen wir Ihnen jederzeit sehr gerne vor Ort zur Verfügung.

Ihr Apothekenteam

 

Wenn Medikamente abgelaufen sind: Ist das jetzt schlecht?

 width=Wie Lebensmittel verfügen auch Medikamente über ein Verfallsdatum – bei Heftpflastern vielleicht nicht ganz so wichitg, aber wie sieht es bei Augentropfen oder Antibiotika aus? Generell gilt: Arzneimittel sollte man nur bis zum angegebenen Zeitpunkt verwenden. Abgesehen von verminderter oder veränderter Wirkung garantiert der Hersteller dann auch nicht mehr für Wirkung und Unbedenklichkeit – im Zweifelsfall entscheidend für Versicherungsfragen oder Folgemedikation. Hier ein paar Fakten:

Jedes Medikament hat ein Verfalls­datum.

Das gilt es auf jeden Fall zu beachten. Denn nur bis zu dem auf der Verpackung angegebenen Zeitpunkt garantieren die Produzenten, dass die Prä­parate wirken, unbedenklich und von ­guter pharma­zeutischer Qualität sind. Diese drei Kriterien müssen Arzneimittel generell erfüllen, um zugelassen zu werden. Darunter fällt auch die Haltbarkeit. Hersteller ermitteln in Tests, wie lange ein Medikament stabil bleibt. Ihre Ergebnisse übermitteln sie der Zulassungsbehörde. In Deutschland ist es das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder die Europäische Arzneimittel­agen­tur EMA. Die Behörde legt dann auf Basis der Hersteller-Informationen das Verfallsdatum fest.

Hat ein Präparat dieses Datum überschritten, wirkt es möglicherweise nicht mehr ausreichend,

der Gehalt der aktiven Substanz kann abnehmen. Das hört sich erstmal nicht allzu dramatisch an, aber dieser Abbau ist nicht unproblematisch, zum Beispiel bei Antibiotikasäften, die erst kurz vor der Einnahme zu einer Sus­pension geschüttelt werden. Genügt die Wirkstoff-Dosis nicht, um die minimale Hemmkonzentration zu erreichen, kann das zu Resistenzen bei den zu bekämpfenden Erregerstämmen führen. Dann können besonders widerstandsfähige Bakterien überleben und dem Mittel gegenüber unempfindlich werden – und eine eigentlich simple Therapie wird sehr viel komplizierter.

Bei anderen Präparaten kommt es vor, dass schädliche Substanzen entstehen, wenn sich Wirkstoffe zersetzen. In diesem Fall kann ein abgelaufenes Medikament sogar die Gesundheit gefährden. So bildet beispielsweise der Stoff Hydrochloro­thiazid das Gift Formalde­hyd, wenn er sich abbaut und mit Wasser in Kontakt gerät. Hydrochlorothiazid wirkt harntreibend und wird gegen Bluthochdruck verschrieben.

Grundsätzlich gilt:

Medikamente, die in fester Form vorliegen und in Blistern aufbewahrt werden, sind weniger anfällig. Arzneien in halbfester Form oder in Flüssigkeiten sind empfindlicher. Bei ihnen ist neben dem Verfallsdatum in der Regel noch ein Verbrauchszeitraum ergänzt. Auch ihn sollte man einhalten und das Mittel danach entsorgen. Viele Cremes etwa halten, einmal geöffnet, nur begrenzt. Die Inhaltsstoffe reagieren dann mit Sauerstoff, andere Mittel reagieren empfindlich auf Licht, zum Beispiel bestimmte Kalzium-­Antagonisten, die ebenfalls bei Bluthochdruck eingesetzt werden. Bei Wirkstoffen in Flüssigkeiten, etwa Augentropfen, kommt hinzu, dass sie – einmal geöffnet – anfällig für Erreger sind, die das Präparat verunreinigen können. Besonders den empfindlichen Augen kann das schaden. Tipp: Auf der Flasche notieren, wann das Medikament zum ersten Mal geöffnet wurde; das gilt auch für Cremes oder Salben.

Wieder andere Arzneien vertragen keine Feuchtigkeit, wie etwa Schmerztabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, den wir als ASS kennen. Je öfter sie hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, desto schneller schwindet die Stabilität. Aus diesem Grund sollten Medikamente auch nicht im Badezimmer aufbewahrt werden. Besser eignet sich ein trockener und kühler Raum, in den die Sonne nicht direkt hineinstrahlt – etwa das Schlafzimmer.

Salbe, Saft oder Pille – die Haltbarkeiten sind unterschiedlich. Generell lässt sich raten:

Hustensäfte sollte man vor der Einnahme immer kontrollieren. Nach dem Verfallsdatum lösen sich häufig die Bestandteile voneinander und es kann zu Verklumpungen kommen. Die sind zwar meist nicht schädlich, aber der Hustensaft kann nicht mehr seine volle Wirkung entfalten.

Für alle Nasen- und Augentropfen gilt: Maximal vier Wochen nach Anbruch verwenden , denn in den Flüssigkeiten können sich Keime sammeln, die im Zweifelsfall Entzündungen hervorrufen.

Besondere Vorsicht ist bei Antibiotika oder bei Insulin- oder Hormonpräparaten geboten. Hier kommt es unter anderem auf die richtige Lagerung an: Die Medikamente sollten bei zwei bis sechs Grad gelagert werden und nach dem Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden. Die Inhaltsstoffe können sich verändern und es kann zu problematischen Nebenwirkungen kommen.

Die Wirksamkeit von abgelaufenen Salben kann erheblich beeinträchtigt sein. Für Cremes gilt das eher nicht: Die können zwar einen unangenehmen Geruch entfalten oder ranzig werden, das tut ihrer Wirksamkeit jedoch meist keinen Abbruch.

Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, verlieren nach dem Verfallsdatum langsam ihre Wirkung. Dazu gehört unter anderem Aspirin. In Deutschland gehen Arzneimittelhersteller auf Nummer sicher und setzen ein recht frühes Verfallsdatum an – die Präparate sind aber oft noch einige Wochen nach dem Ablaufdatum verwendbar.

Allgemein kann als Faustregel gelten, dass Tabletten zwei bis drei Jahre halten, Salben, Cremes und Gele nur drei bis sechs Monate. Säfte sollte man nur einige Tage nach Anbruch verwenden. Aber auch bei dieser Regel gibt es Ausnahmen, deshalb sollte man sich im konkreten Fall an Arzt oder Apotheker wenden.

Gesundes Sitzen: Home Office für Fortgeschrittene!

 width=Dass bei vorwiegend sitzender Tätigkeit ein guter (und das heißt ergonomischen Anforderungen genügender) Bürostuhl wichtig ist, hat sich inzwischen herum gesprochen, und die meisten Büros sind diesbezüglich recht gut ausgestattet. Seit einigen Monaten allerdings arbeiten viele Menschen im Home-Office, und da sieht es dann doch schon mal anders aus. Klar, für ein paar Tage tut es auch der Küchenstuhl oder das Ding aus der Studentenzeit – wer aber, wie jetzt oft der Fall, tatsächlich jeden Tagen acht Stunden zu Hause arbeitet, der sollte sich schon Gedanken über die Ausstattung im Home-Office machen. Denn wer über längere Zeiträume nicht richtig sitzt, kann irgendwann gesundheitliche Probleme bekommen. Riskieren wir einen kurzen  Blick in die Geschichte…

Der menschliche Körper besitzt eine in der Tierwelt ziemlich einzigartige Eigenschaft: Die Fähigkeit zum aufrechten Gang. Evolutionsgeschichtlich stammen auch wir natürlich von Vierbeinern ab, aber die Entwicklung hin zum Gang auf zwei Beinen brachte echte Vorteile: Man kann zum Beispiel besser und weiter sehen und man hat die Hände frei, um damit allerlei nützliche Dinge zu fassen – ein großer Schritt in der menschlichen Entwicklung, der unsere heutige Lebensweise erst möglich gemacht hat. Jagen, laufen, Werkzeuge nutzen: Vieles geht besser oder genauso gut auf zwei Beinen.

Die Kehrseite:

 Während wir mit einem für das Laufen und Stehen optimierten Körper unterwegs sind, verbringen wir den Großteil des Tages im Sitzen – bei der Arbeit im Büro, beim Essen und Autofahren, beim Fernsehen oder vor dem Computer. Das Sitzfleisch ist der wichtigste Körperteil des Menschen geworden. Eine Studie zielte auf die erwartbaren Gesundheitsgefahren von dauernder körperlicher Inaktivität: Die bewegungsärmsten der fast 5000 Studienteilnehmer verbrachten 21,8 Stunden pro Tag auf Sesseln, Sofas, Stühlen oder im Bett. Die agilsten Probanden saßen (Schlafenszeit abgezogen) hingegen nur 1,8 Stunden am Tag mehr oder weniger still – und waren deutlich gesünder, was zum Beispiel Infarktrisiko, Blutwerte oder Rückenbeschwerden angeht. Beim permanent sitzenden Menschen erhöht sich der Blutdruck anfangs partiell, bald meist chronisch. Probleme mit dem Rücken, Verspannungen und Haltungsschäden kommen nicht selten hinzu.

Weniger sitzen also? Teilweise ist das kaum zu ändern:

Viele von uns müssen tatsächlich mit Auto oder U-Bahn, also eher sitzend, den Weg zur Arbeit antreten. Und auch am Arbeitsplatz und am Besprechungstisch, in der Kantine und in Meetings wird ja normalerweise gesessen – das meiste unseres Alltags können wir gar nicht ernsthaft beeinflussen, eine Sitzung im Stehen wäre doch merkwürdig. Wenn wir das Sitzen selbst also nur bedingt vermeiden können, dann sollten wir umso mehr darauf achten, WORAUF wir sitzen. Ein guter, dem Körper angepasster Bürostuhl kann vor Rückenschmerzen schützen und sollte, unabhängig vom Preis, folgende Kriterien erfüllen:

Die Sitzhöhe eines rückenfreundlichen Bürostuhls ist verstellbar. Idealerweise bilden Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel, beide Fußsohlen liegen vollständig auf dem Boden auf. Beim Sitzen sollte der Rücken Kontakt zur Rückenlehne haben. Günstig ist darüber hinaus eine verstellbare Sitzflächenneigung, so dass das Becken leicht nach vorn gekippt ist. So kann die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form einnehmen. Die Rückenmuskulatur wird dadurch entlastet.

Für besonders große oder besonders kleine Menschen empfiehlt sich außerdem eine Sitzfläche, die sich in der Tiefe verstellen lässt, also nach vorn und hinten bewegbar ist. Dadurch ist für Menschen über etwa 1,90 m gewährleistet, dass nicht nur der halbe Oberschenkel auf der Fläche aufliegt und komplett gestützt ist, für die unter 1,70er kann die Sitzfläche nach hinten gestellt werden, so dass man sich wirklich anlehnen kann und der Rücken nicht einige Zentimeter vor der Rückenlehne bleibt.

Die Rückenlehne sollte außerdem flexibel sein, wobei der durch sie ausgeübte Gegendruck auf den Rücken den Oberkörper nur aufrichtet, nicht jedoch nach vorn drückt. Außerdem sollte die Höhe der Rückenlehne verstellbar sein, so dass das Becken beim Sitzen fixiert ist. Die Rückenlehne am Bürostuhl einer Frau sollte weich und flexibel sein und vor allem den unteren Rücken stützen. Für Männer wird dagegen eine festere Rückenlehne empfohlen, die in erster Linie die Muskeln im Schulter- und Nackenbereich stützt.

Die Armlehnen des Bürostuhls entlasten Schultergürtel und Oberkörper. Idealerweise sind sie in Höhe und Tiefe verstellbar und unterstützen nicht nur den Ellenbogen, sondern den gesamten Unterarm. Auch das trägt dazu bei, Rückenschmerzen zu verhüten.

Viele moderne Bürostühle haben inzwischen recht ausgefeilte Systeme zur Lordosenunterstützung, die sich optimalerweise in Postion und Ausprägung einstellen lässt. Dadurch wird gerade der anfällige untere Rückenbereich entlastet, weil ein Teil des Gewichts des Oberkörpers aufgefangen wird – aus dem Auto kennen wir das schon recht lange.

Eine gute Alternative sind für viele Menschen auch Sitzgeräte,

die vom klassischen Stuhl mit Arm- und Rückenlehne abweichen – Sitzbälle etwa oder Sitzhocker, die nach den Seiten hin frei schwingen. Der Vorteil: Dadurch muss der Körper permanent ein wenig arbeiten, um aufrecht sitzen zu können, der Rücken wird ständig ein wenig trainiert und es kommt nicht zu Verspannungen.

Corona-Update: Die richtige Reiseapotheke

 width=Denken wir an den Urlaub, dann fallen uns erstmal Sonne, Meer oder Berge ein – und in diesem Jahr natürlich auch Corona. Denn Reisen ist zwar in vielen Ländern dieser Welt wieder möglich, das Coronavirus allerdings bleib vorerst trotzdem weiterhin Teil unseres Alltags. Ein bisschen Planung für den Fall der Fälle kann auf jeden Fall sehr hilfreich sein, zumal wenn es in Länder geht, in denen die Gesundheitsversorgung nicht so ganz auf europäischem Stand ist, deren Sprache man nicht versteht und in denen oft abweichende Corona-Regeln gelten. Auf jeden Fall sollte man sich vor Reiseantritt über die lokalen Bestimmungen informieren. Und in Zeiten von CoViD19 gibt es noch ein paar Extras zu beachten…

Alltagsmasken:

Ins Gepäck gehören auf jeden Fall eine angemessene Menge an Mund-Nasen-Schutzmasken oder sogenannte Alltagsmasken. Nutzt man Alltagsmasken, die oft aus reiner Baumwolle bestehen, sollte man vorab klären, ob man sie am Urlaubsort waschen kann – und zwar bei mindestens 60 Grad. Der medizinische Mund-Nasen-Schutz ist ein Einmalartikel und darf nicht gewaschen werden.

Desinfektionsmittel für unterwegs:

Nicht immer gibt es unterwegs eine Möglichkeit zum Händewaschen. Für zwischendurch empfiehlt es sich deshalb, ein Desinfektionsmittel dabeizuhaben, am besten griffbereit in einer Jackentasche.
Auch eine kleine Menge Einmal-Handschuhe kann hilfreich sein – wenn man den Bedingungen vor Ort nicht so ganz traut zum Beispiel, wenn das Desinfektionsmittel zur Neige geht oder wenn in der näheren Umgebung tatsächlich jemand erkrankt.

Auch wenn Urlauber nur innerhalb Deutschlands unterwegs sind,

lohnt sich eine gut bestückte Reiseapotheke: Zwar gibt es ein flächendeckendes Apothekennetz. Dennoch gibt es eine Menge Situationen, in denen es sehr unangenehm sein kann, falls man keine entsprechenden Arzneimittel dabei hat – zum Beispiel, wenn man auf einer Wanderung in den Bergen Durchfall bekommt.

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke gehört auf jeden Fall ins Urlaubsgepäck,

Corona oder nicht. Die wichtigsten Medikamente sollte man rechtzeitig vor Reisebeginn besorgen – so können wir uns im Urlaub Stress ersparen, denn Apotheken sind in fremden Ländern manchmal nicht einfach zu finden, Medikamente tragen im Ausland häufig andere Namen oder sind gar nicht erhältlich. Folgendes sollte in der Koffer-Apotheke nicht fehlen:

Antiseptische Brand- und Wundheilsalbe

Bei leichten Brand- und Schnittwunden oder Splittern entzündet sich die Haut mitunter. Etwas Wundheilsalbe, am besten über Nacht auf die rötlichen Stellen aufgetragen, lindert das unangenehme Ziehen und desinfiziert zusätzlich.

Mittel gegen Übelkeit, Erbrechen und andere Magenbeschwerden

Hilfreich gegen Übelkeit und Erbrechen sind der verschreibungspflichtige Wirkstoff Metoclopramid in Tropfen- oder Tablettenform oder Mittel, welche die Magensäure binden (sog. Antazida). Steckt eine gestörte Beweglichkeit der Magen-Darm-Muskeln hinter den Beschwerden, können auch pflanzliche Kombinationspräparate helfen. Bei einem verdorbenen Magen ist es darüber hinaus sehr wichtig, viel zu trinken und nur leichte Kost (Zwieback, Weißbrot) zu sich zu nehmen.

Mittel gegen Lippenherpes

Gegen Lippenherpes kann eine Creme oder Salbe mit virenhemmender Wirkung helfen – zum Beispiel mit dem Wirkstoff Aciclovir. Auch ein auf die Lippenbläschen aufgebrachtes Herpes-Pflaster lindert die Beschwerden und verringert zudem das Ansteckungsrisiko.

Ohrentropfen (vor allem bei Tauchurlauben)

Gegen Entzündungen am äußeren Gehörgang – das heißt bei äußeren Ohrenentzündungen sowie bei akuter Mittelohrentzündung – helfen zum Beispiel schmerzlindernde und entzündungshemmende Ohrentropfen mit den Wirkstoffen Phenazon und/oder Procain.

Mittel gegen Durchfall

Kohletabletten oder Loperamid können gegen Durchfall helfen. Um bei schweren Durchfällen den Flüssigkeits- und Elektolytverlust ausgleichen, empfiehlt sich die Mitnahme einer fertigen Elektrolyt-Glukose-Mischung aus der Apotheke. Diese lässt sich einfach mit Wasser aufbereiten.

Schmerzmittel

Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder das etwas stärker wirksame Ibuprofen helfen gegen Schmerzen (z.B. Kopfschmerzen oder Wundschmerzen), aber auch gegen Entzündungen, erhöhte Körpertemperatur oder Fieber.

Breitbandantibiotikum

Ein Breitbandantibiotikum wirkt gegen mehrere Erreger gleichzeitig. Antibiotika sind verschreibungspflichtig und sollten nur eingenommen werden, wenn es unbedingt nötig ist. Dennoch empfiehlt sich je nach Reiseland ihre Mitnahme in der Reiseapotheke, um in akuten Fällen versorgt zu sein. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er ein Antibiotikum für Ihre Fernreise für nötig hält.

Mittel gegen allergische Reaktionen (Antihistaminika)

Gegen allergische Reaktionen (z.B. auf Pollen) helfen u.a. Tabletten mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin.

Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand

Bei Juckreiz nach einem Insektenstich oder bei Sonnenbrand kann beispielsweise eine Creme mit Chlorphenoxamin oder ein Gel mit Dimetinden die Beschwerden lindern.

Mittel gegen Reisekrankheit

Reisetabletten oder -kaugummis mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat können Reisekrankheit vorbeugen.

Hustenlöser

Acetylcystein oder Ambroxol können bei Husten helfen. Ein sich festsetzender Husten kann jedoch nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch Komplikationen nach sich ziehen. Suchen Sie daher bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf.

Nasenspray

Bei starkem Schnupfen ist ein abschwellendes Nasenspray hilfreich. Verwenden Sie dieses jedoch nicht zu lange, da die Schleimhäute sonst geschädigt werden können.

 

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen, sicheren Urlaub und kommen Sie gesund zurück!

Trendige Superbeere: So gesund sind Avocados

 width=Früher waren sie eher Exoten, heute gehören Avocados im Supermarkt zur Grundaustattung für jedes Gemüse … Verzeihung, für jedes Obstregal, denn botanisch betrachtet ist die Avocado eine Beere. Ihrer Beliebtheit tut das allerdings keinen Abbruch: 2015 wurden 45.000 Tonnen nach Deutschland exportiert, 2018 waren es bereits 94.000 Tonnen, und weniger wird es seitdem vermutlich nicht geworden sein. Auf der anderen Seite ist die Avocado in die Kritik geraten, denn Produktion und Transport sind aufwändig und verbrauchen viel Energie und vor allem Wasser. Was also ist dran an der Super-Beere?

Erste Frage:

Ist die Avocado gesund? Die Antwort: Ein glasklares Jein. Denn einerseits sind Avocados zwar vollgepackt mit wichtigen Nährstoffen, aber: Avocados sind eben keine Leichtgewichte, sondern kleine, grüne Kalorienbomben, da lässt sich nichts beschönigen. Das Fruchtfleisch schlägt mit einem Fettgehalt von satten 24 Gramm pro 100 Gramm zu Buche, dabei handelt es sich jedoch größtenteils um einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Und die haben letztlich einen positiven Einfluss auf unsere Blutfettwerte und können sogar helfen, Herz- und Gefäßkrankheiten vorzubeugen. Konkret teilt sich die Fettzusammensetzung wie folgt auf:

  • 1% Omega-3-Säuren 
  • 14% Omega-6-Säuren 
  • 71% Omega-9-Säuren (davon 65% Ölsäure) 
  • 14% gesättigte Fettsäuren (Palmitinsäure) 
Bis auf die letzten 14% handelt es sich dabei um gesunde Fette, die der Körper gut brauchen und verwerten kann – wie gesagt, in Maßen, natürlich.

Insgesamt überwiegen die guten Seiten deutlich:

Das in der Avocado enthaltene Vitamin A ist am Sehvorgang sowie an Knochenaufbau, Zahnerhalt und Blutbildung beteiligt. 
Durch die enthaltenen Stoffe Linol und Linolen eignet sich die grüne Frucht außerdem gut für Menschen, die an Neurodermitis leiden. 
Besonders hervorzuheben ist der Luteingehalt der Avocado: Denn der hat eine ebenfalls positive Wirkung auf unser Sehvermögen und kann außerdem präventiv diversen Erkrankungen der Augen vorbeugen. 
100 Gramm Avocado enthalten durchschnittlich mittelmäßige bis hohe Konzentrationen an B- und K-Vitaminen, Vitamin C und E sowie Eisen. Weitere Inhaltsstoffe, die von Bedeutung für unsere Gesundheit sind, sind Phytosterole und Karotinoide. 
In Kombination mit vitaminreicher Nahrung sorgt der hohe Fettgehalt der Avocado dafür, dass auch die fettlöslichen Vitamine aufgenommen werden können.  Zusammen mit Kirschen gehört die Avocado zu den natürlichen Quellen an Salicylsäure und kann bei auftretenden Kopfschmerzen unter Umständen die Aspirintablette ersetzen – 100 Gramm Avocado enthalten 0,6 Miligramm des wertvollen Wirkstoffs. 
Eine Studie des National Center for Health Statistics (NCHS) der Vereinigten Staaten zeigt, dass ein häufiger Avocadoverzehr mit besseren Blutwerten und einem niedrigeren Risiko, das Metabolische Syndrom zu entwickeln, korreliert. Hoher Avocadokonsum senkt also die Cholesterinwerte: Konkret führte in der Studie eine einwöchige Aufnahme größerer Mengen an Avocados zu einer 17%-gen Senkung des Cholesterinspiegels.

Wenn auch über 400 verschiedene Züchtungen der Avocadofrucht existieren,

sind darunter vier Sorten am häufigsten im europäischen Handel erhältlich: Fuerte – birnenförmig mit glatter, hellgrüner Haut. Ettinger – auch birnenförmig, jedoch weniger spitz als die Sorte Fuerte, sondern eher gleichmäßig breit. Auch hellgrün. Hass – eine kleine Sorte, die birnenförmig oder oval sein kann, die Haut der reifen Frucht ist ledrig und braun bis schwarz. Nabal – eher kugelförmige Früchte, die Haut ist ledrig und dunkelgrün oder braun.

Ökologisch betrachtet allerdings erhält der Vitaminstar Avocado keine so guten Noten,

vor allem wegen des Wasserverbrauchs: Etwa 1000 Liter Wasser werden benötigt, um ein Kilo Avocados ernten zu können. Das klingt viel, und das ist es natürlich auch, zumal die Frucht in Gegenden mit oft enormer Wasserknappheit angebaut wird. Ohne das beschönigen zu wollen, sollte man aber ebenso einen Blick auf andere lieb gewonnene Früchte und deren Ökobilanz werfen: Zitronen, Mangos und Bananen brauchen ähnlich viel Wasser, Soja das doppelte und ein Kilo Rindfleisch hat bereits 15.000 Liter Wasser auf der Liste, ehe es bei uns im Laden landet. 

Bei der Avocado kommt hinzu, dass für den langen Transport und eine künstlich beschleunigte Reifung nochmal Energie aufgewendet werden muss – zumindest der Transport jedoch fällt bei vielen anderen exotischen Früchten ebenso an. 

Mit dem Rauchen aufhören: Das passiert im Körper nach einem Tag, Monat, Jahr und Jahrzehnt

 width=Rauchen ist immer schädlich, damit aufzuhören meistens schwer: Ohne ins Detail zu gehen kann man das sicher so zusammenfassen. Und wer vor der Aufgabe steht, die Finger vom Tabak lassen zu wollen, der sieht sich gewissermaßen vor einem steilen Anstieg, der Gipfel ist nicht in Sicht. Deshalb wollen wir an dieser Stelle versuchen, den Blick auf kleinere Zwischenziele zu lenken, den langen Anstieg also in Etappen zu unterteilen. Denn: Selbst vom Kettenrauchen erholt sich der Körper nach dem Nikotinverzicht erstaunlich gut. Manches geht innerhalb von Stunden, anderes braucht mehr als ein Jahrzehnt. Aber nach etwa 15 Jahren sind Ex-Raucher und Nichtraucher gleich gesund.

Ok, zu den Fakten:

Fast 30 Prozent der Menschen über 14 Jahre in Deutschland rauchen. Mehr als 80 Prozent davon versuchen immer mal wieder, auf eigene Faust aufzuhören. Der Ausstieg fällt schwer, weil das Rauchen für viele ein lieb gewordenes Entspannungsritual bietet und an vielen Stellen im Tagesablauf einfach dazu gehört – zum Kaffe, nach dem Essen, in der Pause und beim Bier zum Beispiel. Und, unbestritten, weil Nikotin nun mal eine starke Abhängigkeit erzeugt.
Wie sinnvoll ein Ende der Qualmerei ist, wissen heute nicht nur Fachleute: Denn das Rauchen steht an erster Stelle bei den vermeidbaren Krebsrisiken. Knapp 20 Prozent aller Krebserkrankungen werden vom verbrennenden Tabak verursacht oder forciert. Außerdem (auch nicht neu)  schädigt Zigarettenrauch auf Dauer Gefäße, Atemwege, Knochen, Zähne und Zahnfleisch.

Bei so viel Schädigungspotenzial ist es umso erstaunlicher,

wie gut und wie schnell sich der Körper von den Strapazen des Rauchens erholen kann. Solang noch keine bleibenden organischen Schäden aufgetreten sind, verhilft der Nikotinverzicht in einzelnen bereichen fast über Nacht zu neuer Gesundheit, anderswo kann es allerdings dauern, bis das erreicht ist. Das hat eine Studie an der Vanderbilt-Universität in Nashville, Tennessee, gezeigt: Von den 9000 Probanden hatten rund 2500 mehr als 20 Jahre lang täglich mindestens ein Päckchen Zigaretten konsumiert. Wenn diese starken Raucher aufhörten, verringerte sich ihr Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung in den ersten fünf Nicht-Raucher-Jahren um fast 40 Prozent. Bis sie wieder das gleiche, niedrigere Risiko hatten wie lebenslange Nichtraucher, dauerte es aber zehn, 15 und bei manchen auch 25 Jahre.
Viele positive Veränderungen machen sich aber schon viel schneller bemerkbar. Die Regeneration des Körpers beginnt quasi im Moment nach dem letzten Zug an der Zigarette – übrigens ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen und Männer erholen sich gleich schnell und gut. Das Alter spielt dabei allerdinsg schon eine Rolle: Wer es schafft, vor dem 45. Lebensjahr mit dem Rauchen aufzuhören, kann 90 Prozent seines dadurch entstandenen Risikos für Herz-Kreislauf-Probleme auslöschen. 

Erfolge von Anfang an, so erholt sich der Körper:

Sofort-Effekt bei der Durchblutung:

Haare gewaschen und Zähne geputzt, schon sind Zigarettenmief und schlechter Atem vertrieben, den Raucher selbst oft gar nicht wahrnehmen. Wer für den ersten Nichtrauchertag einen Termin zur professionellen Zahnreinigung macht, wird auch sofort den gelbbraunen Belag los, der Raucherzähne im Lauf der Zeit unnatürlich dunkel macht.
Das ist zwar mehr eine optisch-ästhetische als eine gesundheitliche Regeneration, aber sie hilft, dem Verlangen nach einer Zigarette zu widerstehen. Der Nikotinentzug kann in den ersten ein, zwei Wochen sehr an den Nerven zerren.
Schon innerhalb von Minuten nach der letzten Zigarette aber setzen die ersten Reparaturmechanismen des Körpers ein:
Schon nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf den individuell normalen Wert.

Gleichzeitig verbessert sich die Durchblutung. Das bedeutet unter anderem, dass die schnellere Hautalterung, die durch das Rauchen verursacht wird, gestoppt wird.  Auch kalte, schlecht durchblutete Hände und Füße werden wärmer.

Nach einem Tag flutet Sauerstoff den Körper:

Die toxischen Abfallprodukte der Zigarette sind von den Schleimhäuten verschwunden und damit auch der unangenehme Geruch und Geschmack, den der Glimmstängel hinterlässt.
Wo bisher Kohlenmonoxid aus dem Zigarettenrauch den Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen verdrängt hat, kehrt sich die Situation um: Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt, der Sauerstoff-Spiegel steigt. Alle Organe werden wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die körperliche Leistungsfähigkeit steigt.

Nach einer Woche schmeckt alles besser:

Schon 48 Stunden nach dem Rauchstopp beginnt sich der bei Rauchern reduzierte Geschmacks- und Geruchssinn zu erholen. Düfte und Geschmäcker werden intensiver wahrgenommen.

Nach ein (bis drei) Monaten läuft die Selbstreinigung auf Hochtouren:

• Der Kreislauf stabilisiert sich.
• Die Lungenfunktion verbessert sich.

• Körperliche Anstrengung im Alltag und beim Sport fällt leichter.

Die durch das Rauchen oft graue und fahle Gesichtshaut profitiert von der besseren Durchblutung. Und weil sie sich nach 28 Tage oberflächlich erneuert hat, sieht sie nach einem Monat rosiger und frischer aus. Falten als Zeichen schneller Hautalterung bei Rauchern lassen sich allerdings nicht mehr rückgängig machen.

Nach etwa einem Jahr gehört Raucherhusten der Vergangenheit an:

Die Lungenkapazität wächst und die Atemwege werden frei. Sie befreien sich allmählich von den Ablagerungen und der Verschleimung. Typische Raucherbeschwerden wie Hustenanfälle, verstopfte Nasennebenhöhlen oder Kurzatmigkeit gehen zurück.

Die Infektionsgefahr verringert sich:

Nach 5 Jahren sinken Krebs- und Herzinfarkt-Risiko deutlich.  

Jetzt sind Ex-Raucher bei vielen Erkrankungen nicht mehr schlechter dran als Nichtraucher:

• 100 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko,
• 100 Prozent geringeres Gebärmutterhalskrebs-Risiko,
• 50 Prozent geringeres Risiko für Krebs in der Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase,
• 50 Prozent geringeres Infarktrisiko.

Nach 10 Jahren geht es der Lunge wieder gut:

Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, verringert sich etwa um die Hälfte. Das Risiko für Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs geht zurück.

Lange hin, aber dennoch:

Nach 15 Jahren sind ehemalige Raucher so fit wie Nichtraucher, das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist endgültig nicht mehr höher als bei Menschen, die  lebenslang nicht geraucht haben.

Tipps zum Aufhören finden sich unter www.rauchfrei-info.de, unter 0800 – 313131 oder bei Arzt oder Apotheker.