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Mit dem Rauchen aufhören: Das passiert im Körper nach einem Tag, Monat, Jahr und Jahrzehnt

 width=Rauchen ist immer schädlich, damit aufzuhören meistens schwer: Ohne ins Detail zu gehen kann man das sicher so zusammenfassen. Und wer vor der Aufgabe steht, die Finger vom Tabak lassen zu wollen, der sieht sich gewissermaßen vor einem steilen Anstieg, der Gipfel ist nicht in Sicht. Deshalb wollen wir an dieser Stelle versuchen, den Blick auf kleinere Zwischenziele zu lenken, den langen Anstieg also in Etappen zu unterteilen. Denn: Selbst vom Kettenrauchen erholt sich der Körper nach dem Nikotinverzicht erstaunlich gut. Manches geht innerhalb von Stunden, anderes braucht mehr als ein Jahrzehnt. Aber nach etwa 15 Jahren sind Ex-Raucher und Nichtraucher gleich gesund.

Ok, zu den Fakten:

Fast 30 Prozent der Menschen über 14 Jahre in Deutschland rauchen. Mehr als 80 Prozent davon versuchen immer mal wieder, auf eigene Faust aufzuhören. Der Ausstieg fällt schwer, weil das Rauchen für viele ein lieb gewordenes Entspannungsritual bietet und an vielen Stellen im Tagesablauf einfach dazu gehört – zum Kaffe, nach dem Essen, in der Pause und beim Bier zum Beispiel. Und, unbestritten, weil Nikotin nun mal eine starke Abhängigkeit erzeugt.
Wie sinnvoll ein Ende der Qualmerei ist, wissen heute nicht nur Fachleute: Denn das Rauchen steht an erster Stelle bei den vermeidbaren Krebsrisiken. Knapp 20 Prozent aller Krebserkrankungen werden vom verbrennenden Tabak verursacht oder forciert. Außerdem (auch nicht neu)  schädigt Zigarettenrauch auf Dauer Gefäße, Atemwege, Knochen, Zähne und Zahnfleisch.

Bei so viel Schädigungspotenzial ist es umso erstaunlicher,

wie gut und wie schnell sich der Körper von den Strapazen des Rauchens erholen kann. Solang noch keine bleibenden organischen Schäden aufgetreten sind, verhilft der Nikotinverzicht in einzelnen bereichen fast über Nacht zu neuer Gesundheit, anderswo kann es allerdings dauern, bis das erreicht ist. Das hat eine Studie an der Vanderbilt-Universität in Nashville, Tennessee, gezeigt: Von den 9000 Probanden hatten rund 2500 mehr als 20 Jahre lang täglich mindestens ein Päckchen Zigaretten konsumiert. Wenn diese starken Raucher aufhörten, verringerte sich ihr Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung in den ersten fünf Nicht-Raucher-Jahren um fast 40 Prozent. Bis sie wieder das gleiche, niedrigere Risiko hatten wie lebenslange Nichtraucher, dauerte es aber zehn, 15 und bei manchen auch 25 Jahre.
Viele positive Veränderungen machen sich aber schon viel schneller bemerkbar. Die Regeneration des Körpers beginnt quasi im Moment nach dem letzten Zug an der Zigarette – übrigens ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen und Männer erholen sich gleich schnell und gut. Das Alter spielt dabei allerdinsg schon eine Rolle: Wer es schafft, vor dem 45. Lebensjahr mit dem Rauchen aufzuhören, kann 90 Prozent seines dadurch entstandenen Risikos für Herz-Kreislauf-Probleme auslöschen. 

Erfolge von Anfang an, so erholt sich der Körper:

Sofort-Effekt bei der Durchblutung:

Haare gewaschen und Zähne geputzt, schon sind Zigarettenmief und schlechter Atem vertrieben, den Raucher selbst oft gar nicht wahrnehmen. Wer für den ersten Nichtrauchertag einen Termin zur professionellen Zahnreinigung macht, wird auch sofort den gelbbraunen Belag los, der Raucherzähne im Lauf der Zeit unnatürlich dunkel macht.
Das ist zwar mehr eine optisch-ästhetische als eine gesundheitliche Regeneration, aber sie hilft, dem Verlangen nach einer Zigarette zu widerstehen. Der Nikotinentzug kann in den ersten ein, zwei Wochen sehr an den Nerven zerren.
Schon innerhalb von Minuten nach der letzten Zigarette aber setzen die ersten Reparaturmechanismen des Körpers ein:
Schon nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf den individuell normalen Wert.

Gleichzeitig verbessert sich die Durchblutung. Das bedeutet unter anderem, dass die schnellere Hautalterung, die durch das Rauchen verursacht wird, gestoppt wird.  Auch kalte, schlecht durchblutete Hände und Füße werden wärmer.

Nach einem Tag flutet Sauerstoff den Körper:

Die toxischen Abfallprodukte der Zigarette sind von den Schleimhäuten verschwunden und damit auch der unangenehme Geruch und Geschmack, den der Glimmstängel hinterlässt.
Wo bisher Kohlenmonoxid aus dem Zigarettenrauch den Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen verdrängt hat, kehrt sich die Situation um: Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt, der Sauerstoff-Spiegel steigt. Alle Organe werden wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die körperliche Leistungsfähigkeit steigt.

Nach einer Woche schmeckt alles besser:

Schon 48 Stunden nach dem Rauchstopp beginnt sich der bei Rauchern reduzierte Geschmacks- und Geruchssinn zu erholen. Düfte und Geschmäcker werden intensiver wahrgenommen.

Nach ein (bis drei) Monaten läuft die Selbstreinigung auf Hochtouren:

• Der Kreislauf stabilisiert sich.
• Die Lungenfunktion verbessert sich.

• Körperliche Anstrengung im Alltag und beim Sport fällt leichter.

Die durch das Rauchen oft graue und fahle Gesichtshaut profitiert von der besseren Durchblutung. Und weil sie sich nach 28 Tage oberflächlich erneuert hat, sieht sie nach einem Monat rosiger und frischer aus. Falten als Zeichen schneller Hautalterung bei Rauchern lassen sich allerdings nicht mehr rückgängig machen.

Nach etwa einem Jahr gehört Raucherhusten der Vergangenheit an:

Die Lungenkapazität wächst und die Atemwege werden frei. Sie befreien sich allmählich von den Ablagerungen und der Verschleimung. Typische Raucherbeschwerden wie Hustenanfälle, verstopfte Nasennebenhöhlen oder Kurzatmigkeit gehen zurück.

Die Infektionsgefahr verringert sich:

Nach 5 Jahren sinken Krebs- und Herzinfarkt-Risiko deutlich.  

Jetzt sind Ex-Raucher bei vielen Erkrankungen nicht mehr schlechter dran als Nichtraucher:

• 100 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko,
• 100 Prozent geringeres Gebärmutterhalskrebs-Risiko,
• 50 Prozent geringeres Risiko für Krebs in der Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase,
• 50 Prozent geringeres Infarktrisiko.

Nach 10 Jahren geht es der Lunge wieder gut:

Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, verringert sich etwa um die Hälfte. Das Risiko für Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs geht zurück.

Lange hin, aber dennoch:

Nach 15 Jahren sind ehemalige Raucher so fit wie Nichtraucher, das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist endgültig nicht mehr höher als bei Menschen, die  lebenslang nicht geraucht haben.

Tipps zum Aufhören finden sich unter www.rauchfrei-info.de, unter 0800 – 313131 oder bei Arzt oder Apotheker.

 

SPORT IM SOMMER Tipps für Bewegung bei Sonne und Hitze

 width=Viel Sonne, hohe Temperaturen und wenig Schatten: Sollte man dennoch Sport treiben? Auch im Hochsommer wollen viele Menschen schließlich nicht auf Sport und Bewegung verzichten – die Grillabende sollen ja keine Spuren hinterlassen und sich nicht später auf der Waage rächen. Außerdem ist es natürlich jetzt besonders angenehm, in der blühenden Natur unterwegs zu sein. Und grundsätzlich steht sportlichen Aktivitäten auch bei hohen Temperaturen nichts im Wege – vorausgesetzt, man passt sich an die Wetterbedingungen an. Mit ein paar Tipps kann man den Körper vorbereiten und dafür sorgen, dass Sport auch bei Sonne und Hitze richtig gesund ist:

Optimale Trainingszeit finden

„Early birds“ sind im Sommer eindeutig im Vorteil: Morgens ist die Luft noch vergleichsweise kühl und frisch. Auch die Ozonbelastung ist dann am geringsten. Wer nicht für Frühsport gemacht ist, verlegt sein Training auf die späten Abendstunden. Hitze und Sonne der Mittagszeit sollte man in jedem Fall meiden.

Funktionskleidung tragen

Zum Sport bei Hitze sollte man Kleidung aus Funktionsfasern wählen, die den Schweiß von der Haut schnell nach außen ableiten und im Idealfall dann sogar noch etwas kühlen. Im Fachhandel findet man Rat, was für Sportart und Leistungsniveau am besten in Frage kommt.

Den richtigen Sonnenschutz auflegen

Draußen-Sportler brauchen eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Das gilt besonders beim Wassersport oder in den Bergen. Der Sonnenschutz sollte nicht zu fettig und außerdem wasserfest sein: Fett verstopft die Poren und behindert das Schwitzen, wasserlösliche Creme dagegen spült der Schweiß schnell ab.
Während chemischer Sonnenschutz Strahlen absorbiert und 20 bis 30 Minuten Vorlauf braucht, bis er wirkt, schützt physikalischer Sonnenschutz sofort, indem er sich als Film auf der Haut legt. Wer es genauer wissen möchte, fragt am besten in der Apotheke.

Schattige Plätze und Strecken wählen

Die gewohnte Laufstrecke führt durch die pralle Sonne, am See oder im Freibad gibt es kaum Schatten? Keine gute Idee – jetzt im Hochsommer sollte die Laufstrecke eher im Schatten liegen, Wege und Liegeplätze unter Bäumen sind zu empfehlen. Wer tagsüber, wenn es heiß ist, Sport im Freien treiben möchte, der ist im Wald oder auf einem schattigen Stückchen Grün gut aufgehoben – die Haut und der Kreislauf werden es uns danken. 

Kopf und Augen schützen

Jeder kennt sie: Diese eher verbissenen Sporttypen, die einem an heißen Tagen schweißüberströmt und mit knallrotem Kopf entgegenkommen – und das soll Spaß machen? Naja, vielleicht, das muss jeder selber wissen – gesund ist es jedoch nicht.
Wichtig ist vor allem: Auf den Kopf samt Augen und Nacken achtgeben, denn das sind in der Sonne die empfindlichsten Zonen. Mütze, Sportsonnenbrille, eventuell sogar ein feuchter Lappen oder ein Handtuch für den Nacken bringen Schutz und Kühlung. 

Viel trinken

Klar, wer die Joggingrunde bei 28 Grad dreht, sondert mehr Schweiß ab, als wenn man im Winter bei ein paar Grad Plus startet. Dementsprechend hat der Körper jetzt, gerade bei längerer sportlicher Belastung, auch höheren Flüssigkeitsbedarf, damit er nicht dehydriert. Ausreichend trinken lautet also die Devise: Der Körper mag jetzt Mineralwasser mit höherem Magnesium- oder Natriumgehalt besonders gern. Eine Durstlöscher-Alternative ist Wasser mit Gurke, Ingwer, Zitrone oder Beeren. Trinkempfehlung: alles 15 Minuten ca. 100 Milliliter trinken, allerdings:  Nichts Eiskaltes, auch wenn es verlockend ist.

Nicht ans Limit gehen

Auch wenn die Sonne motiviert: Jetzt ist garantiert nicht die Zeit, in der neue Bestzeiten angestrebt werden sollten. Das Herz schlägt jetzt bis zu 20 Schläge schneller als unter normalen Bedingungen, und schon deshalb sollte man es ruhiger angehen lassen. Es wird empfohlen, den gewohnten Trainingspuls um fünf bis zehn Prozent zu reduzieren, wenn es draußen knallheiß ist. Der Puls sollte einen Wert von 130 – 140 nicht überschreiten.

Umweltbelastungen beachten

Pollen fliegen auf dem Land frühmorgens am heftigsten, in der Stadt abends. Die Ozonwerte sind zwischen elf und 19 Uhr am höchsten. Werden Grenzwerte erreicht, sollte man die Sportintensität herunterschrauben. Bis zu einem Wert von etwa 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft ist die Situation unproblematisch. Ab Werten zwischen 180 und 360 Mikrogramm sollten Personen mit empfindlichen Atemwegen Ausdauersport im Freien reduzieren. Oberhalb von 360 Milligramm sollten auch Gesunde auf Sport im Freien lieber verzichten.

Erst akklimatisieren

Wer aus seinem dezent temperierten Heimatort plötzlich bei 30 Grad im Schatten aus dem Urlaubsflieger steigt, sollte seinem Körper etwas Zeit geben. Und auch große Temperaturschwankungen bei  uns zu Hause sollten berücksichtigt werden: Ist es am Montag noch 20 Grad, am Donnerstag aber schon fast 30, braucht der Körper ein wenig Zeit für die Umstellung. Die völlige Akklimatisierung kann bis zu einer Woche dauern. Für Breitensportler (also die meisten von uns) ist das allerdings  nicht so ganz dramatisch: Sie können sofort loslegen, wenn sie die Intensität ein wenig runterbremsen und auch im Urlaub die kühleren Stunden des Tages nutzen.

SOS-Maßnahmen kennen

Eine Überwärmung des Körpers führt zu Hitzeschäden. Mediziner sprechen von Hitzeerschöpfung, Hitzekoller und Hitzschlag. Kopfschmerzen, Schwäche, Muskelkrämpfe, Übelkeit und Schwindel kennzeichnen Hitzeerschöpfung, Hitzekoller oder auch den so genannten Sonnenstich.
Als sofortige Gegenmaßnahmen sind Schatten, trinken und kühlen angesagt. Wirklich gefährlich ist ein Hitzschlag, der hohes Fieber, Kopfschmerzen, Koordinationsstörungen und Bewusstseinstrübung verursacht. Erste Hilfe hier: Schatten, Flüssigkeit, kalte Umschläge und – in jedem Fall – einen Arzt rufen.

Endlich Kurze-Hosen-Zeit: Hilfe bei geschwollenen Beinen

 width=Der Sommer ist da, das Wetter ist schön und es ist warm – was zunächst gut klingt (und ja meistens auch ist) hat allerdings auch seine Schattenseiten. Besonders in den Sommermonaten nämlich haben nicht wenige Menschen mit geschwollenen Beinen zu kämpfen – die Blutgefäße erweitern sich durch die Wärme und verlieren an Elastizität, die Blutzirkulation verlangsamt sich, Flüssigkeit tritt ins umliegende Gewebe. Besonders Frauen leiden im Sommer unter geschwollenen und schmerzenden Füßen oder Beinen. Das sieht nicht nur unschön aus, hinter dem oft mit Schweregefühl oder gar Schmerzen verbundenen Symptom können durchaus ernsthafte Erkrankungen stecken: Herzschwäche, Hormonstörungen, Nierenerkrankungen oder auch Venenleiden gehören dazu. 

Haben die Beschwerden harmlose Ursachen, helfen oft bewährte Hausmittel:

Ausreichend trinken, regelmäßige Bewegung sicherstellen und ab und zu eine kühle Beindusche von unten nach oben können häufig schon helfen, die Beschwerden zu lindern. Häufig weisen die Symptome aber auch auf eine Venenschwäche hin: Deshalb sollte bei diesen und ähnlichen Beschwerden das Venensystem beim Venenspezialisten oder zumindest beim Hausarzt untersucht werden. Moderne Untersuchungsmethoden funktionieren schmerzfrei und risikolos auf Ultraschall- und Infrarotlichtbasis. Also: Hausmittel darf man gern versuchen, wenn aber nach ein paar Tagen keine Besserung eintritt, sollte fachlicher Rat eingeholt werden.

Ursachen:

Nicht nur ältere Menschen haben Schwierigkeiten mit dicken Knöcheln. Auch Personen, die berufsbedingt viel stehen oder den ganzen Tag sitzen müssen, leiden häufig darunter. Ursache ist meist zu wenig Bewegung. Die Venen werden stark belastet und der hohe Druck auf die Gefäße führt dazu, dass sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Da sich Gefäße bei Wärme erweitern, sind geschwollene Beine und Füße besonders bei sommerlichen Temperaturen ein Problem. Auch Übergewicht, Rauchen und ein höheres Lebensalter belasten die Venen und fördern so die Entstehung von Wasseransammlungen, sogenannten Ödemen. Solche Schwellungen treten meist an Fußrücken, Knöcheln und Schienbeinen auf. Oft fühlen sich die Beine für die Betroffenen schwer und die Haut unangenehm gespannt an. Drückt man mit einem Finger auf die Ödeme, bleibt für kurze Zeit eine deutlich sichtbare Delle zurück.

Erste Hilfe:

Werden die Beine hochgelegt und die Venen dadurch entlastet, gehen die unschönen Schwellungen in der Regel schnell zurück. Eine geeignete Sofortmaßnahme ist auch Bewegung, beispielsweise ein flotter Spaziergang. Daneben hilft Abduschen oder Baden der Beine mit kaltem Wasser gegen das Schweregefühl. Ist langes Stehen oder Sitzen im Arbeitsalltag nicht zu vermeiden, kann das Tragen von Stützstrümpfen die Beschwerden lindern. Extrakte aus der Rosskastanie unterstützen die Venen und wirken entzündungshemmend. Salben und Gele mit Wirkstoffen aus Rosskastanien können schmerzhaften Schwellungen vorbeugen. Doch nur bei leichten und gelegentlichen Beschwerden reichen solche Maßnahmen aus. Treten geschwollene Beine dagegen häufig oder ansonsten ohne erkennbare äußere Ursachen, wie sommerliche Hitze und langes Sitzen auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch erste Anzeichen von Krampfadern oder Besenreisern oder einseitig auftretende Schwellungen können auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten.

Risiken:

Wer die Symptome zu lange Zeit ignoriert, riskiert unter Umständen ernsthafte Konsequenzen. Krampfadern oder sogar lebensbedrohliche Thrombosen können die Folge sein. Denn hinter vermeintlich harmlosen Wasseransammlungen können sich ernst zu nehmende Krankheiten verbergen. Zahlreiche Erkrankungen innerer Organe, insbesondere Herzschwäche und Nierenkrankheiten, können beidseitig geschwollene Beine auslösen. Es kommen aber ebenso Mangelzustände, Alkoholmissbrauch, Medikamenteneinnahme, Diabetes, Essstörungen oder Hormonstörungen als Auslöser infrage. Hinter einseitigen Schwellungen stecken dagegen häufig Erkrankungen der Venen und der Gefäße, bis hin zu schwerwiegenden Entzündungen und Thrombosen. Und es können auch eine schlechte Durchblutung von Arterien, Infektionen oder Tumore ursächlich sein.

Mögliche Ursache: Lymphödem

Wird neben Fußrücken und Knöcheln der ganze Fuß, einschließlich der Zehen, dick, so ist das ein Hinweis auf eine Erkrankung des Lymphsystems, ein sogenanntes Lymphödem. Störungen der Lymphbahnen sind häufig angeboren. Diese vererbbare Form tritt meist vor dem 35. Lebensjahr auf und betrifft mehr Frauen als Männer. Aber auch erworbene Schäden am Lymphsystem, zum Beispiel aufgrund von Venenerkrankungen als auch Folgen von Operationen und Krebsbehandlungen sind häufige Gründe für geschwollene Beine.

Mögliche Ursache: Lipödem

Von Lipödemen sind meist nur Frauen betroffen. Es handelt sich dabei um eine Fettverteilungsstörung, die häufig nach hormonellen Veränderungen wie Pubertät oder Schwangerschaft auftritt. Oft sind die gesamten Beine betroffen, jedoch nicht die Füße. In der Regel kommt es nicht nur zu vermehrtem Fettgewebe, das die Beine gleichmäßig, säulenartig anschwellen lässt, sondern auch zu Wassereinlagerungen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung wird häufig das Lymphsystem geschädigt und es entsteht zusätzlich ein Lymphödem. Das Lipödem ist nicht heilbar, eine umfassende Entstauungstherapie mit Kompressionsverbänden und -Strümpfen kann das Fortschreiten der Krankheit jedoch verlangsamen. In vielen Fällen kann nur eine Fettabsaugung der betroffenen Stellen langfristige Verbesserungen herbeiführen.

Vorbeugen:

Wie bei vielen anderen Zivilisationskrankheiten ist auch hier eine gesunde Lebensweise der beste Schutz: Um geschwollene Beine zu verhindern und Venenproblemen vorzubeugen, ist besonders Bewegung wichtig. Ausdauersport, wie Walken, Radfahren oder Schwimmen, verbessert die Funktion der Venen und verhindert dadurch die Entstehung von Ödemen. Auch im Alltag und am Arbeitsplatz sollten Betroffene sich so viel wie möglich bewegen, indem sie beispielsweise öfter mal aufstehen und umhergehen oder die Mittagspause für einen Spaziergang nutzen.
Daneben sind regelmäßige Wechselduschen ein gutes Training für die Venen. Alkohol und Zigaretten sollten dagegen weitestgehend vermieden werden, da sie sich schädigend auf die Gefäße auswirken. Sehr hilfreich im Kampf gegen geschwollene Beine ist auch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährungsweise. Besonders kochsalzarme Ernährung wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt des Körpers aus.

 

Wenn der Magen rebelliert: Was tun bei Gastritis?

 width=Magenschmerzen hat wohl jeder mal und meistens sind sie harmlos – mit ein bisschen Ruhe und Kamillentee ist der Spuk meist schnell wieder vorbei. Manchmal aber sind die Schmerzen heftig oder dauern lange an – dann kann es sich um eine Gastritis handeln, also eine Entzündung der Magenschleimhaut. Ist das der Fall, sollte man ein paar Dinge wissen:

Was ist eine Magenschleimhautentzündung – also eine Gastritis?

Im Magen wird die aufgenommene Nahrung durchmischt, zerkleinert und von Magensaft durchtränkt. Spezielle Zellen produzieren einen zähflüssigen Schleim, der die Magenschleimhaut mit einem dünnen Film überzieht. So wird der Magen vor der aggressiven Magensäure geschützt. Unterschiedliche Faktoren können dazu führen, dass die Schutzschicht angegriffen oder zu viel Magensäure produziert wird. Dies kann zu einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) führen. Entsteht eine akute Gastritis, heilt sie oft recht bald wieder ab. Eine chronische Gastritis hingegen zeigt sich schleichend und ist von Dauer. Aber auch eine akute Gastritis kann einen chronischen Verlauf nehmen.

Wie erkennt man eine Gastritis?

Die Symptome einer akuten oder einer chronischen Gastritis sind in der Regel gleich. Allerdings treten die Beschwerden bei der akuten Magenschleimhautentzündung plötzlich auf, während Betroffene einer chronischen Verlaufsform lange Zeit nichts von der Erkrankung spüren oder nur leichte Symptome haben. Infolge einer Gastritis kann auch eine Magenblutung auftreten. Dann färbt sich der Stuhl schwarz (Teerstuhl) und es kommt vor, dass Betroffene Blut erbrechen. Gastritis kann ebenso zu Magengeschwüren führen.

Häufige Symptome einer Gastritis:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Völlegefühl
  • Mangel an Appetit bis zu Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Häufiges Aufstoßen
  • Mundgeruch

Warum bekommt man Gastritis?

Die Ursachen einer Gastritis sind unterschiedlich. Eine akute Magenschleimhautentzündung wird oft durch übermäßigen Konsum von Alkohol oder Kaffee ausgelöst. Aber auch starkes Rauchen und scharfe Gewürze erhöhen das Krankheitsrisiko. Zudem kann die häufige Einnahme bestimmter Schmerzmittel oder Rheumamedikamente die Schleimhaut im Magen reizen. Ebenso gilt Stress als Verursacher einer Gastritis. Auch eine chronische Verlaufsform der Erkrankung kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Zu den häufigsten chronischen Formen gehört die Gastritis vom Typ B. Meist wird sie durch Helicobacter-pylori-Bakterien verursacht. Patienten erhalten dann oft eine Kombination mehrerer Antibiotika und Protonenpumpenhemmer. Die Helicobacter-pylori-Infektion lässt sich damit in der Regel erfolgreich bekämpfen.

Wie lange dauert eine akute Gastritis?

Da jeder Patient eine andere körperliche Konstitution mitbringt, kann man das nicht genau sagen. Eine akute Magenschleimhautentzündung heilt meist rasch von selbst innerhalb weniger Tage oder Wochen – vorausgesetzt man achtet auf eine magenschonende Ernährung und verzichtet einige Zeit auf alles, was die Schleimhaut reizt.

Was kann man bei einer Magenschleimhautentzündung essen?

Wichtig ist es, die Schleimhaut nicht noch stärker zu reizen. Daher sollte man auf Lebensmittel wie Kaffee, scharfe Gewürze und Alkohol vorübergehend verzichten. Ebenso auf fettreiche Nahrung sowie Rohkost. Besonders magenschonend sind Haferschleim, Zwieback, Suppen, Kartoffelpüree und Reis. Wer aufgrund der Gastritis-Beschwerden keinen Appetit hat, sollte unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten. Kamillentee ist gut, aber auch andere, den Magen beruhigende, Teemischungen werden empfohlen.

Welche Hausmittel helfen bei Gastritis?

Um die Beschwerden einer Gastritis zu lindern, hilft vielen schon das Auflegen einer Wärmflasche oder das Einkuscheln in eine wärmende Decke. Vorübergehend sollten Betroffene sich mit Schonkost ernähren. Haferschleim ist besonders vorteilhaft, da er die Magenschleimhaut schützt. Als Getränke eignen sich Tees und stilles Wasser. Häufig hilft auch Heilerde, da sie Magensäure bindet.

Wie wird man eine Gastritis wieder los?

Wer an einer akuten Gastritis leidet, kann meist durch einfache Anwendungen Linderung erfahren. Ein Tee aus Kamille, Pfefferminze und Süßholz reduziert oft schon die Beschwerden, ebenso eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Bauch. Wird eine Magenschleimhautentzündung durch Stress ausgelöst, sollten Betroffene einen gang runter schalten, sich Ruhe gönnen und vielleicht einige Entspannungstechniken praktizieren. Auch Medikamente können zur Besserung beitragen. So werden unter anderem häufig Antazida, zur Neutralisierung der Magensäure, verordnet. Hinter den Beschwerden kann aber auch eine chronische Gastritis stecken, und da helfen Hausmittel dann meist nicht mehr weiter. Auf jeden Fall sollte man die Ursache der Symptome ärztlich abklären lassen, denn die Erkrankung kann auch einen ernsten Verlauf nehmen.

Welche Medikamente helfen bei Gastritis?

Führen Umstellungen in der Ernährung und Entspannungstechniken nicht zu einer Besserung, dann können gegebenenfalls Medikamente weiterhelfen. Das sind zum Beispiel:

Antazida: Die Wirkstoffe sorgen für eine Neutralisierung der aggressiven Magensäure.

H2-Rezeptor-Blocker: Mittel wie Cimetidin oder Ranitidin reduzieren die Produktion der Säure im Magen. Entzündete Schleimhaut wird vor weiteren Angriffen geschützt und kann sich erholen.

Protonenpumpenhemmer: Die Mittel reduzieren auch die Produktion von Magensäure, sollten aber aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen und nach Rücksprache mit dem Arzt über längere Zeit eingenommen werden. Häufig werden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol verordnet.

Antibiotika: Die Medikamente wirken gegen krankmachende Bakterien. Daher werden sie im Fall einer chronischen Gastritis vom Typ B häufig verordnet. Meist erfolgt eine Kombination aus zwei oder drei antibiotisch wirkenden Arzneien zusammen mit einem Protonenpumpenhemmer. Die Medikamente sollten etwa sieben Tage lang eingenommen werden, um Helicobacter pylori erfolgreich zu bekämpfen.

Mittel gegen Krämpfe und Brechreiz: Der Arzt kann zudem krampflösende Medikamente (Spasmolytika) und auch solche gegen den Brechreiz (Antiemetika) verordnen.

Vitamin B12: Injektionen mit Vitamin B12 erhalten Patienten, die an einer chronischen Typ-A-Gastritis leiden.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Gesund oder nicht? Die Wahrheit über Saft

 width=Klar, auf den ersten Blick einleuchtend: Obst ist gesund, also sind Obstsäfte es auch. Wie gesund aber sind die fruchtigen Getränke wirklich? Und ist Saft immer gleich Saft? Oder gibt es Unterschiede? Hier ein paar Fakten:

Nicht nur frische Früchte,

auch Obstsäfte stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, denn: Saft ist eben nicht gleich Saft. Einmal pro Woche Fleisch, zwei- bis dreimal pro Woche Fisch, ansonsten viele Vollkornprodukte, Getreide, Nudeln, Hülsenfrüchte und Salat, dazu noch fünfmal am Tag Obst und Gemüse – so lautet die Empfehlung von Ernährungsspezialisten, wenn es um die Frage geht, wie wir uns möglichst gesund ernähren. Das ist schon mal ein strammes Pensum im Dienst unserer Gesundheit, und wenn man sich das Ganze etwas leichter machen will, dann nimmt man schon mal die Abkürzung – statt also Obst zu waschen, zu schälen und zu schneiden greifen wir zum Saft. Doch kann man Obst einfach durch Obstsaft ersetzen?“

„Jein“,

lautet die Antwort mal wieder. Denn: Einerseits haben zwar mehrere wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Obst und Gemüse die meisten positiven Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen haben, wenn sie frisch und mit ihren wertvollen Ballaststoffen über den Tag verteilt in fünf Portionen gegessen werden. Andererseits wissen wir inzwischen, dass man eine Portion Obst ruhigen Gewissens durch ein Glas Obstsaft ersetzen kann, und zwar am besten frisch gepresst. Das ist, mit einem kleinen „aber“, die gute Nachricht. 

Der Grund:

Beim Pressen verlieren sich zwar die Ballaststoffe (auch wenn Fasern übrig bleiben), doch die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe, die im Obst stecken, gehen in den Saft über. Das sind zum Beispiel Vitamine und darunter insbesondere die Vitamine C und A, die das Immunsystem stärken. Das sind aber auch Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium, die den Nerven und Muskeln gut tun, sowie die sekundären Pflanzenstoffe Flavonoide und Phenole, die in besonders großen Mengen in Apfel-, Grapefruit-, Ribisel- und rotem Traubensaft vorkommen und nach neuesten Studien anscheinend sogar das Risiko senken können, an Alzheimer zu erkranken oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. 

Wichtig:

Frisch gepressten Saft sollte man sofort konsumieren. Steht der Saft länger herum, verflüchtigen sich mit der Zeit und durch die Einwirkung von Licht, Sauerstoff und Wärme manche Inhaltsstoffe, und der Saft verliert rasch an Gesundheitswert. Wer am Abend einen Saft trinkt, der in der Früh gepresst wurde und dazwischen vielleicht noch ungekühlt und bei greller Beleuchtung im Supermarktregal stand, der hat vielleicht noch ein schönes Geschmackserlebnis, aber für die Gesundheit bringt einem so ein Saft deutlich weniger als frisches Obst. Unterm Strich also gilt: Kann man machen, aber dann bitte schnell.

Die zweite Wahl: Zu 100 Prozent direkt gepresst aus dem Supermarkt

Kann man eine Portion Obst auch ohne Selberpressen (was ja auch nicht weniger Aufwand bedeutet als schälen, schneiden usw.) durch industriell hergestellten Fruchtsaft ersetzen? Auch diese Frage kann man nicht so ganz eindeutig beantworten. Denn der Gesundheitswert von industriell hergestellten Säften ist sehr unterschiedlich. Er hängt wesentlich von der Art der Säfte ab, wird durch die Inhaltsstoffe bestimmt und reduziert sich mit der Zahl der Verarbeitungsschritte.

Am besten für die Gesundheit ist fertiger Fruchtsaft,

der nach den Angaben des Herstellers zu 100 Prozent direkt gepresst ist und „ohne künstlichen Zuckerzusatz“ abgefüllt wurde. Gut ist, wenn der Saft lichtgeschützt in Tetrapacks oder einer dunklen Flasche abgefüllt ist und gekühlt gelagert wird, so bleiben nicht-stabile Inhaltsstoffe wie das Vitamin C länger erhalten. Durch die Lagerung gehen mit der Zeit Inhaltsstoffe verloren oder werden in Ihrer Wirkung abgeschwächt – gesund sind diese Produkte dennoch.

Ebenfalls überall im Handel erhältlich sind Fruchtsaftgetränke aus Fruchtsaftkonzentrat

Sie können frisches Obst allerdings nicht ersetzen. In einigen Ländern werden Fruchtsaftgetränke nicht mehr unter Fruchtsäfte und gleichartige Erzeugnisse geführt, sondern gelten als „Erfrischungsgetränke mit geschmacksgebenden Zusätzen“. Erlaubt ist der Zusatz von süßenden Stoffen, Geschmack- und Aromastoffen, Genusssäuren, Farb- und Konservierungsstoffen, Vitaminen, Molke, Magerjoghurt oder Malzextrakt. Auch wenn Fruchtsaftgetränken aus Furchsaftkonzentrat  Vitamine zugesetzt werden, sind sie für die Gesundheit tendenziell zu vernachlässigen – und bei hohem Zuckergehalt sogar nachteilig.

Ganz lecker, aber nicht gesund: Fruchtnektar

Fruchtnektar taugt nur noch wenig als Obstersatz. Nektar braucht nur einen Fruchtsaftgehalt von 25 bis 50 Prozent zu enthalten, wobei in Ananas-, Apfel-, Birnen-, und Pfirsichnektar mit 50 Prozent Fruchtsaftgehalt noch am meisten vom Obst steckt, in Johannisbeer- oder Mangonektar mit einem Fruchtsaftgehalt von 25 Prozent am wenigsten. Der Rest ist in jedem Fall Wasser und Zucker.  Manchmal wird dem Nektar Vitamin C zugesetzt. Der Zusatz kann sich aber je nach Lagerdauer und -temperatur – so wie bei allen anderen Säften auch – um bis zu 40 Prozent verringern. Was Frucht- und Vitamingehalt im Nektar vielleicht noch an Vorteilen für die Gesundheit bringen, wird durch den Schaden zunichte gemacht, den der hohe Zuckergehalt anrichtet. Auf Würfelzucker umgerechnet, stecken in einem Liter Mangonektar etwa 44 Stück.  Soviel Zucker macht den Nektar natürlich zur Kalorienbombe: Ein Liter Saft enthält knapp 600 Kilokalorien, was immerhin dem Viertel des Tagesbedarfs eines gesunden Erwachsenen mittleren Alters entspricht. Dementsprechend sind Nektare eher als Genussmittel zu betrachten, die in Summe nur wenig für die Gesundheit bringen.

Nichts Gutes tut man seiner Gesundheit schließlich mit Fruchtsirupen,

die aus Fruchtsaft oder -konzentraten, Aromastoffen, Pflanzenextrakten oder anderen geruchs- und geschmacksgebenden Substanzen hergestellt werden. Gesetzlich brauchen auch sie nur zehn Prozent Fruchtanteil zu enthalten, hinzugefügt werden dürfen unter anderem Aromastoffe, Pflanzenextrakte, Wasser und viel Zucker.

Das Fazit also:

Saft als Ersatz-Obst funktioniert, allerdings mit ein paar Abstrichen und sehr abhängig von der Qualität des Produkts. Selber pressen ist prima, Direktsäfte sind okay, normale Säfte besser als nichts – von allem anderen besser die Finger lassen.

Virenschutz und Handhygiene

 width=Handhygiene gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Sich die Hände mehrmals zu waschen und zu desinfizieren ist in diesen Zeiten besonders wichtig. Die meisten Menschen halten allerdings die alkoholische Händedesinfektion für hautschädigender als die Händewaschung. Dabei ist es gerade umgekehrt. Häufiges Händewaschen führt zu einer starken Beanspruchung der Haut, die Hände werden rissig und die Haut trocknet aus. Bei einer Händedesinfektion ist das nicht der Fall.  Auch hält  die keimreduzierende Wirkung der Händedesinfektion wesentlich länger an. Die richtige Desinfektion dauert 20 bis 30 Sekunden.

Richtiges desinfizieren:

Geben Sie eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel in die hohle Hand. Dann reiben Sie sich die Hände so ein, dass die Handflächen und auch die Fingerzwischenräume gut benetzt sind. Dieser Vorgang dauert 20 bis 30 Sekunden. Lassen Sie das Desinfektionsmittel trocknen. So haben Sie eine sichere Wirksamkeit.

Welche Desinfektionsmittel wirken wirklich?

Nicht alle Desinfektionsmittel sind gleichsam wirksam. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, sowohl für den privaten Gebrauch als auch im gewerblichen Bereich ist in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen.

Es gibt unterschiedliche Desinfektionsmittel. Doch woran soll man sich orientieren, wenn man für zuhause Desinfektionsmittel einkaufen möchte?

Zuerst müssen Sie überlegen, ob Sie ein Mittel für Hände oder Flächen benötigen. Für Händedesinfektionen haben sich alkoholische Hände-Desinfektionsmittel durchgesetzt. Diese Mittel sind gut und schnell wirksam, rückstandsfrei und verdampfen schnell. Ein wirksames Desinfektionsmittel für die Hände sollte mindestens einen Gehalt von 62 Prozent Ethanol aufweisen. Achten Sie auch auf die Deklarierung: begrenzt viruzid ist wirksam gegen behüllte Viren; dazu zählen Coronaviren, inklusive SARS-COV-2.

Bei den Hände-Desinfektionsmitteln kann es aber auch zu Hautunverträglichkeiten kommen. Das hängt dann im Wesentlichen mit den Parfümen oder Farbstoffen zusammen. Sollte die Haut gerötet sein, greifen Sie auf ein anderes Produkt zurück. Auch da hilft Ihnen unsere Apotheke weiter.

Einfache Hygienemaßnahmen kurz zusammengefasst:

  1. Abstand zu Erkrankten einhalten, mindestens einen, besser zwei Meter
  2. regelmäßig und mindestens 20 bis 30 Sekunden lang die Hände waschen, noch besser desinfizieren
  3. nach engem Kontakt mit Erkrankten zusätzlich Hände desinfizieren
  4. Händeschütteln und Umarmungen vermeiden
  5. in Armbeuge husten oder niesen
  6. das Gesicht nicht mit den Händen berühren oder über Augen, Mund und Nase reiben
  7. benutzte Taschentücher sofort entsorgen
  8. Türklinken und Fahrstuhlknöpfe nach Möglichkeit mit dem Knöchel oder dem Ellenbogen berühren, nicht unbedingt mit den Fingerspitzen.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an: In der Apotheke vor Ort sind wir immer für Sie das! Bleiben Sie gesund!

Jetzt richtig schützen und … Die Sonne genießen!

 width=Na klar, Sonnenschutz ist wichtig, das haben wir inzwischen gelernt – wir tragen T-Shirts und Sonnenbrillen, wir meiden die Mittagssonne, wir cremen uns ein. Aber mit ein bisschen Vorbereitung können wir der Haut auch jetzt, zu Beginn des Sommers schon zu mehr Schutz gegen die UV-Strahlen verhelfen. Hier ist kurz erklärt, was wir tun können und was wir lieber lassen sollten.

Die Bilder gleichen sich jedes Jahr:

Eher blasse Nordeuropäer aalen sich an den Stränden des Mittelmeers, woraufhin deren Haut schnell einen verdächtigen Rotton annimmt. Und da hilft dann auf Dauer auch die beste Sonnencreme nichts, denn wenn unsere Haut nicht an UV-Strahlung gewöhnt ist, wenn wir quasi direkt aus dem Winterpulli in die Badehose wechseln – dann entsteht ein Sonnenbrand. Eine Gewöhnung an die Strahlung sollte idealerweise mehrere Wochen vor einem Sommerurlaub in der Sonne beginnen.

Vitamine schützen die Haut vor Stress

Jedes Sonnenbad stresst das Immunsystem und vor allem die Haut. Bei intensiver Sonnenbestrahlung entstehen Stoffe, die den Zellen eine vorzeitige Alterung bescheren. Wer seine Haut auf die Sonne vorbereiten will, sollte sie mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Ein gut aufgestellter Viaminhaushalt kann die Haut weniger anfällig für Sonnenschäden machen.

Am wichtigsten dabei ist Betacarotin,

die Vorstufe von Vitamin A (Retinol). Unser Körper kann Betacarotin in der Leber, im Fettgewebe, aber auch in der Haut speichern. Es fördert die Pigmentbildung, dadurch baut sich ein leichter Sonnenschutz von innen auf. Er ist zu schwach, um eine Sonnencreme zu ersetzen – dennoch trägt er zum Schutz bei

Karotten und Tomaten stärken die Haut gegen Sonnenschäden

Die von der deutschen Gesellschaft für Ernährung als höchste Tagesdosis empfohlenen von zwei Milligramm Betacarotin (reichlich in Karotten, Paprika oder auch Kohl) und das ähnlich wirkende Lycopin (in Tomaten) lässt sich am besten durch sommerliche Rohkost und Salate aufnehmen, optimalerweise ergänzt mit einem gutem Öl – denn Carotinoide werden mit Fett am wirksamsten aufgenommen.
Hohe Dosen an Betacarotin finden sich auch in speziellen Kapseln, die zum Beispiel als Präparate für „schöne Sommerhaut“ angeboten werden. In diesen Produkten, die als Vorbereitung der Haut auf Sonnenbestrahlung beworben werden, stecken meist alle als besonders effektiv geltenden Hautschutz-Wirkstoffe gegen die Schädigung durch die Sonne:
• Dreierlei Carotinoide (Betacarotin, Lycopin, Lutein)
• Vitamin D
• Vitamin C und Vitamin E
• Spurenelement Selen
• Pflanzenstoffe, etwa aus grünem Tee.

Hoch dosiertes Betacarotin hilft gegen Sonnenallergie

Hautärzte empfehlen hochdosiertes Betacarotin  jenen, die auf intensive Sonnenstrahlen mit Juckreiz, Ausschlag und Pusteln reagieren. Wer zu Sonnenallergie neigt, kann vor einem Sonnenurlaub Betacarotin-Tabletten einnehmen – drei Wochen in zunehmender Dosierung bis zur Maximaldosis von 100 Milligramm. Dadurch lassen sich die Symptome meist verhindern oder zumindest abmildern.

Gewöhnung an die Sonne – jeden Tag ein bisschen mehr

In jedem Fall sollten wir unsere Haut nicht nur innerlich stärken, sondern auch langsam an die starke Sommersonne gewöhnen. Ein heller Hauttyp sollte sich allerdings zunächst nicht länger als zehn Minuten am Tag der Sonne aussetzen. Diese Dosis sollte man dann langsam um ein paar Minuten steigern – und der Strandurlaub im Sommer sollte dann (und mit einem gutem UV-Schutz) nicht gleich mit einem Sonnenbrand beginnen.

Unsere Haut hat die Fähigkeit, sich selbst vor Sonnenschäden zu schützen

– zumindest ein wenig. Ist sie den UV-Strahlen ausgesetzt, baut sie eine pigmentierte Hautverdickung auf, die sogenannte Lichtschwiele. Diese gebräunte Haut braucht dann weniger starken UV-Schutz in der Sonnencreme beziehungsweise kann längere Sonnenbäder vertragen. 

Solarium taugt nicht zur Vorbereitung auf die Sommersonne

Die Lichtschwiele und eine lang anhaltende Bräune entstehen aber nur durch den kurzwelligen UV-B-Anteil im Sonnenlicht. Der langwellige UV-A-Anteil kann nur eine Sofortbräune erzeugen, die bald wieder verblasst. Aus diesem Grund sind die meisten Solarien eher ungeeignet, um sich vor dem Urlaub eine schützende Bräune zu verschaffen. Das Lichtspektrum einer Sonnenbank besteht normalerweise überwiegend aus UV-A-Strahlen – und zwar sehr viel mehr als in der Sonne. Die Solariumsbräune bietet daher keinen Schutz vor Sonnenbrand. Zudem greift UV-A auch die Kollagenfasern der Haut an.

Dass eine braun getönte Haut nicht automatisch Sonnenschutz bedeutet,

betrifft auch Selbstbräuner. Bei dieser Art von Hauttönung ist derselbe starke UV-Schutz nötig wie auf der nicht präparierten Haut. Es versteht sich von selbst, dass auch bei vorbereiteter Haut ein umsichtiger Umgang mit der Sommersonne der beste Schutz vor Schäden ist: Neben Creme mit ausreichendem UV-Schutz gehören auch Sonnenbrille und ein Hut, dessen Krempe möglichst das ganze Gesicht beschattet, dazu. Und die hochstehende Mittagssonne sollte man am besten meiden und die Siesta im Schatten verbringen.

Außerdem empfiehlt es sich,

den UV-Index am Aufenthaltsort zu checken, den die gängigen Wetter-Apps anzeigen. Der UVI misst die Intensität der UV-Strahlung. Sie hängt von der Jahreszeit, dem Breitengrad und der Entfernung vom Meeresspiegel ab. Der Index 1-3 (bedeckter Himmel) ist eher harmlos für die Haut, 4-7 erfordert guten Sonnenschutz, und ab 8 ist die Belastung sehr hoch. Da sollte man am besten gleich im Schatten bleiben.

Und zu guter letzt:

Billige Sonnenbrillen können den Augen schaden – denn sie verdunkeln zwar den sichtbaren Bereich des Lichts, worauf das Auge mit einer Vergrößerung der Pupille reagiert. Die schädlichen UV-Strahlen filtern sie aber nicht ausreichend, und durch die größere Linse des Auges können sie vermehrt Schaden anrichten. Am besten lässt man sich vom Optiker beraten. 

Richtig reagieren: Zeckenzeit!

 width=Zecken kommen mit dem Frühjahr, so sicher wie Narzissen und Holunderblüten: Sie sind nicht nur lästig und besitzen für viele Menschen einen hohen Ekelfaktor, die Spinnentiere sind durchaus auch gefährlich. Zwar können Menschen und andere Säugetiere die wenigen Milliliter Blut, die einer Zecke als Mahlzeit dienen, problemlos verschmerzen, allerdings können die kleinen Vampire mit ihrem Biss Krankheiten übertragen, die durchaus bedrohlich werden können. Vor allem Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbreiten die Blutsauger unter ihren Opfern – und beide können so schwere Verläufe nehmen, dass man daran sterben kann.

Der beste Schutz vor Zecken und den möglichen folgenden Erkrankungen, wäre – na klar – sich gar nicht erst von einer Zecke beissen zu lassen. Das ist allerdings nicht ganz einfach, denn Zecken sind weit verbreitet, und wer viel draußen unterwegs ist, macht irgendwann fast zwangsläufig ungewollte Bekanntschaft mit den achtbeinigen Quälgeistern. Zwar kann man einige Regeln beachten, die durchaus schützen können, dennoch sollte man sich klar darüber sein, dass keine Methode zu hundert Prozent Sicherheit geben kann. Worauf es ankommt, welche Maßnahmen Schutz vor Zecken bieten und was zu tun ist, wenn es einen doch erwischt – das haben wir hier kurz zusammengefasst.

Am allerbesten:

Zeckenbisse vermeiden. Nicht immer ist das möglich, aber man kann dabei nachhelfen:
  • Den Aufenthalt im hohen Gras oder im Unterholz vermeiden.
  • Geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen tragen, die Socken über die Hosenbeine ziehen.
  • Helle Kleidung tragen: So lassen sich Zecken leichter erkennen und können entfernt werden, bevor es zum Zeckenbiss kommt.
  • Insektenabweisende Mittel können helfen, sich vor Zecken und anderen Parasiten zu schützen.
  • Nach einem Waldausflug sollte das obligatorische Absuchen nach Zecken zur Routine gehören: Besonders genau sollte man an Kniekehlen, Bauch- und Brustbereich sowie in der Leistengegend hinschauen.  

Wenn es passiert ist: Schnell sein, aber keine Panik

Wichtig ist, schon festgesaugte Zecken so bald wie möglich zu entfernen − auf jeden Fall noch am selben Tag. Damit senkt man vor allem das drohende Risiko einer Infektion mit Borrelien, die am häufigsten in einheimischen Zecken auftretenden Krankheitserreger. Sie werden in den ersten 24 Stunden des Zeckenbisses mit eher geringer Wahrscheinlichkeit übertragen, danach aber steigt das Risiko einer Infektion stark an.

Um eine Zecke sicher und vollständig zu entfernen,

empfehlen sich erstens Ruhe und zweitens eine Zeckenzange oder etwas ähnliches. Im Zweifelsfall lieber warten, bis man ein geeignetes Werkzeug besorgen kann, bevor man es mit den Fingernägeln versucht. Folgendes sollte man generell beachten:
Befindet sich die Einstichstelle an einer schwer erreichbaren Stelle, eine zweite Person um Hilfe bitten; unkontrolliertes Drücken und Ziehen motiviert das Tier dazu, vermehrt Speichel in die Bissstelle abzugeben – und damit häufig auch mehr Krankheitserreger.
Egal ob die Zecke mit einem Werkzeug oder den Fingern entfernt wird: Möglichst hautnah zupacken, die Zecke nicht quetschen und langsam und kontrolliert herausziehen.
Die Einstichstelle nachkontrollieren: Bei zurückgebliebenen Resten der Zecke handelt es sich meist um Teile der Mundwerkzeuge, die mit der Zeit vom Körper abgestoßen werden. Ist allerdings (was selten der Fall ist) der komplette Kopf in der Wunde geblieben, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Die Einstichstelle mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe desinfizieren.
Gründlich den Körper auf weitere Plagegeister absuchen, denn: Eine Zecke kommt selten allein.
Besonders wichtig: Sollte eine Rötung um die Einstichstelle nicht verschwinden oder sich sogar ausbreiten, einen Arzt konsultieren. Die Bissstelle sollte auch in den kommenden zwei Wochen immer wieder auf eine Rötung bzw. einen kreisrunden Rahmen hin untersucht werden – diese sogenannte Wanderröte ist ein sicheres Zeichen für eine Borrelien-Infektion, die vom Arzt mit speziellen Antibiotika behandelt werden muss. 

Neben der Infektion mit Borrelien,

die im Nachhinein behandelt werden kann, ist es vor allem die oben genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis, die Zeckenbisse gefährlich macht. FSME ist eine schwerwiegende Erkrankung und äußert sich meist als Hirnhautentzündung, sie kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen. Medikamente gegen das FSME-Virus gibt es nicht – allein eine Impfung bietet Schutz. Da die FSME vor allem in sogenannten FSME-Risikogebieten in der Südhälfte Deutschlands vorkommt, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) Menschen in diesen Regionen eine vorbeugende Impfung. Im Gegensatz zur Borreliose ist die FSME aber eine eher seltene Erkrankung – erste Infektionen wurden aber inzwischen auch aus Norddeutschland und den Niederlanden gemeldet.

Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Bernsteinkette:

Alternative Mittel zur Zeckenabwehr gibt es als Hausmitteltipp immer mal wieder. In den meisten Fällen liegen allerdings keine wissenschaftlichen Studien vor, die eine Wirksamkeit belegen, und auch die
Erklärungsversuche der Wirkungsweisen sind selten schlüssig. Deshalb sollte die Regel gelten: Als Abwehrversuch gegen Zeckenbisse kann man diese Ratschläge gern beachten, einen Ersatz für Impfung oder Antibiotika können sie im Zweifelsfall allerdings nicht sein – denn die möglichen Folgeschäden wiegen zu schwer.
Für eine weitere Beratung stehen wir Ihnen jederzeit vor Ort zur Verfügung. Ihr Apothekenteam.

Wie hieß denn noch diese Krankheit …? Demenz – erkennen und vorbeugen

 width=Wohl fast jedem wird ein wenig mulmig bei dem Gedanken, mit dem Älterwerden irgendwann an Demenz oder Alzheimer zu erkranken – denn das, was wir sind, was wir wissen und gelernt haben im Laufe unseres Lebens, das macht uns schließlich aus, das macht uns zu einem guten Teil zu dem Menschen, der wir eben sind. Aber ist es schon ein erstes Anzeichen, wenn ich gerade mal nicht weiß, wo meine Brille ist? Muss ich mir Sorgen machen, wenn mir der Vorname der Tochter der Nachbarin nicht einfällt oder was ich noch auf den Einkaufszettel schreiben wollte? 

Natürlich nicht – oder jedenfalls nicht immer und sofort. Ohne einer fachlichen Diagnose vorzugreifen: Lassen Sie uns an dieser Stelle doch schon mal einen ersten Blick auf ein paar Fakten werfen, wenn es um das Thema Altersdemenz geht.

Natürlich:

Wenn Vergesslichkeit zunimmt, kann das auf eine beginnende Demenz hindeuten. Aber nicht immer, denn hinter einem nachlassendem Denkvermögen können auch andere Ursachen stecken. Im Alltag lässt unser Gedächtnis junge wie alte Menschen immer mal wieder im Stich, und auch wenn es manchmal nervig ist, erfüllt das Vergessen an sich durchaus wichtige Funktionen für die Gedächtnisleistung. Denn unser Gehirn filtert aus der Flut der Daten heraus, was für einen Menschen wesentlich ist, Unwichtiges wird aussortiert. So entsteht immer wieder Raum für neue Dinge, die wir uns merken können. Informationen, die das Gehirn lange erhalten möchte, gelangen ins Langzeitgedächtnis. Was nur kurzfristig benötigt wird, wie eben die Einkaufsliste, wird vorübergehend im Kurzzeitgedächtnis abgelegt … und dann wieder vergessen. Warum auch sollten wir uns daran erinnern wollen, was wir vor vier Wochen aus dem Supermarkt getragen haben? 
Die normale Gedächtnisleistung unterliegt je nach Situation und persönlicher Verfassung immer mal wieder größeren Schwankungen. Das Vergessen von Namen, von Gegenständen, von Vorhaben oder Terminen, von Lerninhalten oder von Gesichtern – all das ist erstmal normal und hängt von der Wichtigkeit der Information ebenso ab wie von unserer psychischen und physischen Verfassung. Und auch der Trainingsstand unseres Gehirns ist von Belang – wer sich jeden Tag Dinge merken muss, etwa im Beruf, ist dabei sicher im Vorteil gegenüber jenen, die einen Großteil ihrer Zeit vor dem Fernseher verbringen. Und auch Schlafmangel, erhöhter Stress, Zeitdruck, psychische Belastungen, aber auch positive Ablenkung, wie etwa Verliebt sein, können die geistige Leistungsfähigkeit kurzzeitig negativ beeinflussen. Positiv wirken sich zum Beispiel eine aktive, gesunde Lebensweise aus, ausreichend Flüssigkeit, genügend Nährstoffe und viel Sauerstoff.

Alarmierend wird es,

wenn sich deutliche mentale Leistungsstörungen abzeichnen, wenn die Gedächtnisprobleme über Monate anhalten und weitere geistige Ausfälle dazukommen. Zu den am meisten gefürchteten Ursachen zählen dann Demenzerkrankungen aufgrund von Hirnabbauprozessen, wie etwa bei der Alzheimer Krankheit, oder die sogenannten vaskulären Demenzen, bei denen Durchblutungsstörungen das Gehirn dauerhaft schädigen. Bei einer krankhaften Demenz gehen nicht nur Erinnerungen und Merkfähigkeiten verloren, sondern im Verlauf auch erlernte komplexe Fähigkeiten und Techniken, in fortgeschrittenem Stadium können  auch Körperfunktionen ausfallen. Erste Anzeichen sollten deshalb ernst genommen werden: Das Denkvermögen nimmt ab, der Gedächtnisschwund schreitet voran und die Persönlichkeit verändert sich nachhaltig – dann sollte fachlicher Rat eingeholt werden.

Warnzeichen für eine beginnende Demenz können unter anderem sein:

  • Besonders das Kurzzeitgedächtnis lässt auffallend nach.
  • Den Betroffenen fallen selbst alltägliche Wörter nicht mehr ein, sie verlaufen sich auch in bekannten Umgebungen, häufig wissen sie Uhrzeiten oder Tage nicht mehr.
  • Neues zu lernen fällt zunehmend schwer oder gelingt gar nicht mehr.
  • Geistige und praktische Fähigkeiten, die bisher noch problemlos abrufbar waren, bereiten plötzlich Schwierigkeiten: Der Mathematikprofessor schafft einfache Rechenaufgaben nicht
    mehr, der Hobbykoch lässt ständig den Reis anbrennen oder das Klavierspiel klappt nicht mehr.
  • Auch die Persönlichkeit verändert sich: Die Betroffenen sind entweder depressiv verstimmt, antriebslos, erschöpft oder unruhiger und aggressiver als früher. Ihr Urteilsvermögen lässt nach, sie regen sich über unwichtige Begebenheiten auf, bleiben bei erschütternden Ereignissen dagegen völlig ungerührt.
  • Der Alltag wird durch die Gedächtnisschwächen mehr und mehr beeinträchtigt. Angehörige und Freunde bemerken die Probleme eher als die Betroffenen selbst, die sie oft nicht wahrhaben wollen.
  • Oft kann (und sollte!) der Hausarzt mit relativ einfachen Tests feststellen, ob Anzeichen für eine Demenz vorhanden sind. Beim Neurologen oder in einer Gedächtnisambulanz folgen weitere umfangreiche Untersuchungen und Tests.
Aktiv bleiben, sich gesund ernähren, das Gehirn auf Trab halten, und sei es mit Kreuzworträtseln oder Sudoku – all das kann helfen, auch in höherem Alter geistig fit zu bleiben. Wenn aber über einen längeren Zeitraum Beeinträchtigungen erkennbar werden, sollte erster fachlicher Rat beim Arzt oder Apotheker gesucht werden. Der Verlauf vieler Formen von Demenzerkrankungen lässt sich mit geeigneten Therapien wenn schon nicht völlig stoppen, so doch zumindest effektiv verlangsamen. Aus Angst vor der Diagnose zögern allerdings viele Betroffene einen notwendigen Arztbesuch hinaus und versuchen, erste Warnzeichen zu ignorieren. Dabei birgt frühzeitiges Handeln gerade bei Demenzerkrankungen die besten Chancen, die Lebensbedingungen noch lange fast ohne Einschränkungen aufrecht zu erhalten.

Die tägliche Mikro-Schlacht: So arbeitet unser Immunsystem

 width=Vom Immunsystem ist nicht nur im Moment viel die Rede, sondern eigentlich immer dann, wenn unser Körper sich gegen körperfremde Organismen zur Wehr setzen muss. Denn tatsächlich versuchen ständig verschiedenste Erreger in unseren Körper einzudringen – allerdings fast immer ohne Erfolg. Normalerweise nämlich arbeitet die körpereigene Abwehr des Menschen so effektiv, dass  die meisten Infektionen völlig unbemerkt bleiben. Manchmal braucht die Körperabwehr etwas länger, und völlig ohne Beschwerden läuft der Prozess dann nicht mehr ab: Wir haben zum Beispiel Husten, Schnupfen oder Fieber. So lästig diese Symptome sind: Sie sind Teil des Abwehrmechanismus und dienen dazu, den Körper von Erregern zu befreien. Aber was ist das denn nun eigentlich, das Immunsystem? Und wo ist es? Was kann es, und was nicht? Und was braucht es, um seine Aufgaben optimal zu erfüllen? Wir haben zusammengefasst, wie die Körperabwehr im großen und Ganzen funktioniert – oder im Zweifelsfall eben auch nicht.

Immunsystem – was ist das?

Zum Immunsystem gehören Organe und Organteile, einzelne Zellen und auch diverse Botenstoffe. Wichtige Bestandteile sind zum Beispiel:
Die Haut und Schleimhäute, zum Beispiel von Nase, Rachen und Darm: Denn die bilden oft eine Eintrittspforte für die Erreger, und entsprechend finden hier bereits erste Abwehrreaktionen statt. Außerdem werden zum Immunsystem gezählt die Lymphknoten und Lymphbahnen, das Knochenmark, der Thymus und die Mandeln.
Auf Ebene der Zellen sind die verschiedenen weißen Blutkörperchen Protagonisten unseres Abwehrsystems, dazu zählen unter anderem: Granulozyten, Monozyten und Makrophagen, B-und T-Lymphozyten. Muss man sich nicht merken, aber alle diese Zelltypen haben letztlich die Aufgabe, Feinde im Körper zu erkennen, zu markieren und am Ende unschädlich zu machen.

Immunsystem – wie funktioniert das?

Im Wesentlichen gibt es drei Bereiche oder Stufen des Immunsystems: Anatomische Barrieren, die angeborene Abwehr und die erworbene Abwehr. 
Die erste Stufe bilden die anatomischen Grenzen nach außen: Ob Haut, Schleimhäute, Nasenhaare oder die Flimmerhärchen auf der Bronchialschleimhaut – als erste Instanz der Abwehr halten sie die gröbsten Angriffe von außen ab. Und auch die Magensäure gehört zu diesem System, sie macht Keime unschädlich, die über die Nahrung in den Körper gelangen. 

Wo das nicht reicht, greift die zweite Stufe:

Die sogenannte angeborene Abwehr, häufig auch als natürliche Abwehr bezeichnet. Sie besteht besteht aus den Fresszellen, von denen oben schon die Rede war – Makrophagen und Monozyten zum Beispiel, und auch im Blut gelöste Eiweiße mit eigener Abwehrfunktion zählen dazu. Die Abwehrzellen werden über chemische Botenstoffe angelockt und sind auch bei Wunden oder einem Infektionsherd schnell am Ort des Geschehens.
Diese Form der körpereigenen Abwehr wird auch unspezifische Abwehr genannt – denn eine Analyse vorab, um welchen Angreifer es sich genau handelt, findet nicht statt. Stattdessen wird nach der Hau-Drauf-Methode gearbeitet, Eindringlinge aller Couleur werden einfach von den Fresszellen umschlossen und nach und nach abgebaut.

Die dritte Stufe:

Um schneller auf wiederkehrende Bedrohungen reagieren zu können, gibt es, als dritte Stufe, die erworbene oder spezifische Abwehr. Wichtigster Bestandteil sind bestimmte weiße Blutkörperchen, die B-Lymphozyten. Sie entstehen im Knochenmark. Sie sammeln sich später in den Lymphknoten und der Milz, von wo aus sie dann im Fall eines Angriffs schnell einsatzbereit sind. Die Arbeitsweise ist wesentlich differenzierter als bei unseren Fresszellen von eben: B-Lymphozyten bilden genau passende Abwehrstoffe gegen eine bestimmte Art von Erregern – die sogenannten Antikörper. Diese Antikörper binden sich an den jeweiligen Erreger und markieren ihn damit, so dass er von den Fresszellen gezielt und effektiv unschädlich gemacht werden kann. B-Zellen merken sich die Beschaffenheit der jeweiligen Erreger – bei einer erneuten Infektion kann der Körper dann im Handumdrehen passende Antikörper produzieren und sich wirksam verteidigen. Diese Art der Abwehr muss jedoch erlernt werden, und in der Regel dauert es ein paar Tage, bis die spezifische Abwehr voll einsatzbereit ist – das ist die Phase, in der wir uns nach einer Ansteckung krank fühlen. Der Schutz bleibt dann aber durch das immunologische Gedächtnis über viele Jahre bestehen. Nach diesem Prinzip arbeiten übrigens auch die meisten Impfstoffe: Mit einem harmlosen Scheinangriff wird der Körper dazu gebracht, seine spezifische Abwehr aufzubauen – und ist dann, wenn eine wirkliche Erreger-Attacke erfolgt, schon bestens gerüstet. 

Immunsystem – was braucht es?

Man kann ziemlich einfach dazu beitragen, dass das Immunsystem seinen komplexen Aufgaben gerecht wird und uns vor Infektionen und Krankheiten schützt. Wichtig ist vor allem eine ausgewogene Ernährung, vor allem frisches Obst und Gemüse spielen eine wichtige Rolle – denn darin sind die für das Immunsystem essentiellen Vitamine A, C und E enthalten. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass der Bedarf an Eisen und Zink mit der Ernährung abgedeckt ist, im Zweifelsfall auch über Präparate zur Nahrungsergänzung. Und ganz allgemein gilt, was auch sonst gesund ist – viel Bewegung, frische Luft und ausreichend Schlaf einerseits, und möglichst wenig Stress, Alkohol und Nikotin auf der anderen Seite.