Nie mehr niesen? Erkältungsschutz in Eigenregie

 width=Wenn in Ihrem Haushalt etwas nicht recht funktionieren wollte, wenn etwa eine Milchtüte beim Öffnen falsch einriss oder ihr steinzeitlicher Gasherd nicht zünden wollte, dann begann meine Oma Ihre Kritik an den Verantwortlichen gern mit dem Satz „Zum Mond könn’ se fliegen, aber …“ – stabile Milchtüten oder zündende Gasherde erfinden eben nicht. Überträgt man diesen Gedanken auf die heutige Medizin, dann kann man sich als Laie schon wundern, wenn einerseits Polio, Pest und Pocken besiegt sind, wenn routinemäßig Herzen und Gehirne verpflanzt werden, aber ein so banales Wehwehchen wie eine Erkältung uns jedes Jahr aufs Neue plagt.

Im wesentlichen gibt es zwei Gründe dafür,

dass Erkältung – medizinisch ausgedrückt ein grippaler Infekt – sich kaum behandeln lässt und dass auch eine wirksame Impfung bis jetzt nicht zur Verfügung steht:

Erstens:

Antibiotika, die ja bei vielen Infektionen Wunder wirken, sind bei einer normalen Erkältung nicht sinnvoll, weil die akute Infektion fast immer durch Viren verursacht wird. Antibiotika aber bekämpfen nur Bakterien. Nur wenn es im Verlauf der Erkältung zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion, also einer Ansiedlung von Bakterien in den anfälligen Schleimhäuten, kommt, ist die Gabe von Antibiotika durch den Arzt unter Umständen sinnvoll – aber die normale Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Symptomatik lässt sich damit nicht therapieren. Die gute Nachricht: Eine Erkältung ohne Komplikationen bekommt der Körper selbst gut in den Griff, und nach etwa einer Woche ist der Spuk schon wieder vorbei.

Zweitens:

Die Entwicklung von Impfstoffen scheitert immer wieder an der schieren Menge der Erreger: Es gibt Hunderte verschiedene Erkältungsviren, die aus sieben Großfamilien stammen. Jeder Erreger hat seine Besonderheiten, eigene Tricks, die uns Menschen das Dasein schwer machen. Rhinoviren attackieren gern die Nasenschleimhäute, Coronaviren suchen das gesamte Atemsystem heim, Adenoviren nisten sich kratzend auf den Augen ein, und das gemeine Respiratory-Syncytial-Virus macht sich über die Lunge her. Außerdem verändern sich die Erreger von Jahr zu Jahr ein wenig – ein theoretisch wirksamer Impfstoff aus dem letzten Jahr wäre aktuell wahrscheinlich schon wieder nutzlos.

Es bleiben also erst einmal nur zwei Dinge:

die Symptombekämpfung und die Prävention. Weil die Erreger häufig von den Händen auf Schleimhäute und die Oberfläche des Auges gelangen und durch diese in den Körper gelangen, beugt zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen einer wirksam Infektion vor – und auch sonst gibt es ein paar Tipps, die das Risiko einer Ansteckung verringern helfen können:

Ausreichend schlafen

Ist die Nachtruhe zu kurz, ist auch das Immunsystem geschwächt. Daher stecken sich Menschen, die zu wenig schlafen, häufiger mit Grippeviren an. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich Menschen, die sieben Stunden oder weniger schlafen, dreimal häufiger mit einer Erkältung anstecken als Personen, die acht Stunden Nachtruhe haben.

Viel trinken

Grippe- und Erkältungsviren lassen sich gerne auf trockenen Schleimhäuten nieder. Daher ist ausreichend Trinken ein wirksames Mittel, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag markieren in etwa das Minimum, besser wären eher mehr. Am Besten eignen sich Mineralwasser oder Tees – vorzugsweise ungesüßt, um nicht unnötig Kalorien aufzunehmen.

Bewegung an der frischen Luft

Auch Bewegung ist eine gute Erkältungsprävention. Der Kreislauf wird angeregt und das Immunsystem gestärkt. Schon eine halbe Stunde Bewegung im Freien senkt das Erkältungsrisiko deutlich. Dabei muss man noch nicht einmal Sport treiben. Ein ausgedehnter Spaziergang durch die herbstlich bunte Natur bringt schon positive Auswirkungen.

Hygiene beachten

Je mehr man mit anderen Menschen zu tun hat, desto schneller kommt man mit den Erregern in Kontakt. Daher sind gewisse hygienische Grundvoraussetzungen zu beachten, wenn man sich nicht anstecken möchte: Regelmäßig die Hände waschen, erkrankten Menschen lieber nicht die Hand geben und Berührungen der Schleimhäute von Mund, Nase und Augen mit Fingern und Händen vermeiden.

Richtig essen

Eigentlich weiß es jeder: Auch vitaminreiche Ernährung stärkt das Immunsystem. Der Vollständigkeit halber sei hier trotzdem noch einmal darauf hingewiesen – frisches Obst und Gemüse nicht vergessen, Yoghurt oder Kefir in den Speiseplan einbauen und statt Chips auf dem Sofa zu konsumieren lieber mal ein paar Nüsse knacken. Viel mehr braucht es nicht, um den Körper stark zu machen für den Abwehrkampf gegen die Erkältungsviren.

Sicher in den Süden: Der Herbst-Trip-Tipp

 width=Drum herum zu reden nützt nichts: Bei uns steht der Herbst vor der Tür, und die Wetter-Perspektive trübt sich im wahrsten Sinn des Wortes ein. Abgesehen vielleicht von ein paar goldenen Tagen im Oktober wird das Wetter mies in nächster Zeit, und viele von uns nutzen deshalb die Gelegenheit für einen Tripp in wärmere Regionen, ans Mittelmeer zum Beispiel oder sogar nach Asien oder Afrika.

Besonders,

wer in exotische Länder reist, bekommt dann gern eine Vielzahl von Ratschlägen zu Krankheiten, Gefahren und Verhaltensweisen mit auf den Weg – je abgelegener das Ziel, desto eher anscheinend wollen Freunde und Verwandte hilfreiche Gesundheitstipps loswerden. Gut gemeint meistens, natürlich, aber: Nicht alle stimmen, oder zumindest ist die Sache oft ein wenig komplexer, als es aussieht. Ungewohnte Temperaturen, exotisches Essen oder dürftige Hygieneverhältnisse können für den Mitteleuropäer und dessen Organismus zweifellos eine Herausforderung darstellen, so viel zumindest ist gewiss. Wir haben deshalb den Wahrheitsgehalt von gängigen Gesundheitstipps überprüft:

Zähneputzen nur mit Mineralwasser

Gerade in tropischen Ländern mit oftmals recht einfachen hygienischen Verhältnissen kann das Leitungswasser mit Keimen belastet sein, die für mitteleuropäische Mägen im günstigen Fall nur ungewohnt sind. Selbst in Hotelanlagen mit ansonsten westlichem Standard sollten Reisende äußerst vorsichtig sein und möglichst kein Leitungswasser in den Mund nehmen – auch nicht zum Zähneputzen.

Generell sollte man auf Lebensmittel eher verzichten, die mit Leitungswasser in Berührung gekommen sein könnten – beispielsweise Salate oder Obst, das nicht schälbar ist. Und auch beim abendlichen tropischen Cocktail ist es besser, nachzufragen, ob die darin enthaltenen Eiswürfel aus Leitungswasser gemacht sind.

Cola und Salzstangen gegen Reisedurchfall

Nicht nur das Leitungswasser, auch exotische Speisen können zu Magen-Darm-Problemen führen – auch ungewohnte oder sehr scharfe Speisen können nämlich dafür sorgen, dass die Darmflora durcheinander gerät.
Dagegen soll als Hausmittel ausgerechnet eine Kombination zweier Lebensmittel helfen, die aus gesundheitlicher Sicht erstmal suspekt erscheinen: Cola und Salzstangen.
Tatsächlich ist das zutreffend, wenn auch mit Einschränkungen: Bei Durchfallerkrankungen verliert der Körper Salz und Flüssigkeit, der Elektrolythaushalt gerät durcheinander. Dazu fehlt es an Kohlenhydraten, die die Wasser- und Salzaufnahme im Darm fördern. Und genau diese drei Zutaten – Wasser, Kohlenhydrate und Salz – liefert die Kombination von Cola und Salzstangen.

Citronella und Vitamin B gegen Mücken

Insekten können überall lästig werden, klar. Während aber Mückenstiche hierzulande nur ein unangenehmes Jucken hinterlassen, droht in tropischen Ländern mitunter eine lebensgefährliche Infektion. Reisende sollten sich daher gut vor Mücken  schützen.
Den Rat, dazu pflanzliche Mittel wie Citronella oder Vitamin-B-Präparate zu verwenden, sollten sie dabei aber nicht beherzigen. Denn Citronella duftet zwar angenehmer als viele Mückenmittel, hält die Moskitos aber nur sehr kurzfristig fern. Und dass Vitamin B vor Mücken schützen würde, ist bisher nicht belegt.
Effektiver sind Fliegengitter an den Fenstern und Moskitonetze über dem Bett. Die Haut lässt sich am besten durch lange Kleidung schützen. Für unbedeckte Hautareale können bei Bedarf Insektenabwehrmittel mit synthetischen Wirkstoffen wie DEET eingesetzt werden –  sie sorgen für einen für Insekten unattraktiven Körpergeruch.

Solariumsbräune gegen Sonnenbrand

Je südlicher bzw. näher am Äquator der Urlaubsort liegt, desto intensiver ist die Sonnenstrahlung: Am Breitengrad mit der Null steht die Sonne am höchsten, und oft sind dort Sonnenbrände das sichtbare Ergebnis der ersten Urlaubstage. Oft wird geraten, die Haut schon vor dem Abflug im Solarium vorzubräunen. Denn dann, so die Idee, sei sie schließlich schon an die UV- Strahlung gewöhnt – und weniger anfällig für einen Sonnenbrand.
Experten raten davon ab: Klüger ist es, die ersten Urlaubstage an einem Schattenplatz zu verbringen, und auch dort ist Sonnenschutz für die Haut mittels Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ratsam. Auf diese Weise kann sich die Haut langsam an die Sonne gewöhnen – und der Sonnenbrand bleibt aus.

Heißes trinken gegen Hitze

Bei tropischer Hitze macht oft der Kreislauf des Mitteleuropäers nicht mehr mit. Der Grund: Er trinkt nicht genug – und wenn, dann nicht das Richtige. Denn der Griff zu eisgekühlten Getränken ist an heißen Tagen so ziemlich das Falscheste, was man machen kann. Kaltes im Bauch führt dazu, dass der Körper seine Wärmeproduktion ankurbelt – und in der Folge mehr schwitzt.

Manch einer rät Fernreisenden bei heißen Außentemperaturen deshalb zum Genuss von Tee. Und was erst einmal absurd klingen mag, hat seine Berechtigung: Denn warme Getränke sorgen für ein kontinuierliches, leichtes Schwitzen – und damit für jenes Maß an Kühlung, das der Körper an heißen Tagen braucht. Positiver Nebeneffekt: Tee wird mit kochendem Wasser zubereitet – und ist deshalb keimfrei.

Gigantisch gesund: Es ist Kürbiszeit!

 width=Es ist ja immer ein wenig befremdlich, wenn im frühen September, bei Außentemperaturen von stellenweise fast 30 Grad, die ersten Weihnachtsmänner im Regal auftauchen, flankiert von Christstollen, Lebkuchenherzen und Schokoladentafeln im Rentier-Design. All die adventlichen Leckerlies fallen aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive aber eher negativ auf, und weil hier niemandem der Spaß am Naschen verdorben werden soll, lassen wir das Thema einfach mal beiseite. Nebenher tauchen jetzt aber auch viele interessantere, gesündere Dinge wieder auf, die wir in Frühjahr und Sommer vermisst haben: Orangen und Mandarinen, Nüsse und Maronen, Feigen und… na klar, der unbestrittene König der Herbstsaison: Der Kürbis. Und außer, dass sich später im Herbst prima Gesichter reinschnitzen lassen, ist er auch noch ein ausgesprochen gesunder Begleiter in der kälter werdenden Jahreszeit.

So anspruchslos er in der Aufzucht ist, desto vielseitiger lässt er sich verwenden:

Der Kürbis ist eine der dankbarsten Gemüsesorten überhaupt, und wer ihn selber im Garten zieht, hat mit wenig Aufwand eine ebenso üppige wie gesunde Ernte. Nicht nur sein Fruchtfleisch, auch seine Samen und deren Öl haben es in sich. Der Kürbis ist rein botanisch gesehen zwar eine Beere, trotzdem bringen es die größten Exemplare bis auf sagenhafte 450 Kilogramm.
Aus gesundheitlicher Sicht sind vor allem seine Samen (nicht ganz korrekt meist als Kerne bezeichnet) interessant. Aber auch sein Fruchtfleisch kann mit gesunden Inhaltsstoffen punkten – und ist darüber hinaus vielseitig in der Küche einsetzbar. Ein weiterer Pluspunkt: Viele Kürbissorten (darunter Hokkaido oder Butternuss) lassen sich gut lagern. Obwohl die Gewächse im Herbst Hochsaison haben, lassen sie sich noch länger genießen, denn Kürbisse halten sich an einem kühlen Ort, wie beispielsweise im Keller, mehrere Monate lang. Erst wenn die Schale dunkle Stellen bekommt und weich wird, sollte der Kürbis entsorgt werden.

Kürbisfleisch besteht zu 80 bis 95 Prozent aus Wasser und enthält entsprechend wenig Kalorien – nämlich nur durchschnittlich 26 Kcal pro 100 Gramm. Dennoch sättigt es gut – dank vieler unlöslicher Ballaststoffe. In der traditionellen Pflanzenheilkunde gilt Kürbisfleisch außerdem als harntreibend und dadurch als entwässernd. Vor allem die Kürbissorten, deren Fruchtfleisch satt-orangefarben oder -grün ist, enthalten viel Beta-Carotin. Außerdem stecken weitere wertvolle Substanzen in der Gartenfrucht: Eiweiß natürlich, aber auch Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium, B-Vitamine, Vitamin C und Folsäure.

Kalium ist unter anderem für die Erregbarkeit von Nervenzellen wichtig. Eisen brauchen wir vor allem für den Sauerstofftransport im Körper. Der hohe Gehalt an Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann, ist verantwortlich für die orange Färbung des Fruchtfleisches. Vitamin A ist unter anderem wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute. Kürbis-Sorten, die sich roh genießen lassen (wie der süßliche Moschuskürbis), enthalten gegenüber gekochten Kürbissen am meisten wertvolle Inhaltsstoffe und eignen sich zum Beispiel als Zutat für Rohkost oder herbstliche Salate. Übrigens: In Sachen Beta-Carotin, Vitamin C und Vitamin B6 lässt der Hokkaido-Kürbis die Konkurrenz weit hinter sich.

Gesunde Knabberei und wertvolles Öl: Kürbiskerne

Die dunkelgrünen bis schwarzen Samen des Kürbisses wirken unscheinbar, haben es aber in sich: Sie bestehen zur Hälfte aus Fett und sind darum nicht eben kalorienarm. Gleichzeitig enthalten sie aber auch ein gutes Drittel Eiweiß (das sättigt) und viel Kalium, Magnesium, Zink sowie die Vitamine A, B, D und E. Sie sind roh und geröstet erhältlich.

Das Öl,

das aus den Samen gepresst wird, ist tiefgrün und dickflüssig. Für die Gesundheit interessant ist nur die kaltgepresste Variante. In ihr stecken hauptsächlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem Linolsäure. Sie sind wertvoll für die Gesundheit (vor allem für die Gefäße), bewirken allerdings, dass das Öl recht schnell ranzig wird. Kürbiskernöl sollte nicht erhitzt, kühl und dunkel gelagert und relativ zügig verbraucht werden.

In der modernen Pflanzenheilkunde kommt Kürbissamen eine nicht unerhebliche  Bedeutung zu

Sie kräftigen nachweislich die Harnblase, lindern übermäßigen Harndrang und halten die Reizschwelle der Blase stabil. Damit sind sie bei vielen Beschwerden ein bewährtes Hausmittel. Ihre günstige Wirkung auf die Vorsteherdrüse konnte in klinischen Tests (mittels Zellkulturen) nachgewiesen werden. Im Rahmen einer Prostata-Therapie kommen normalerweise rezeptfreie Fertigpräparate in Kapsel- oder Tablettenform zum Einsatz. Sie enthalten den Trockenextrakt aus Kürbissamen oder -öl. Wer stattdessen das Naturprodukt pur einnehmen möchte, kann – in Absprache mit seinem Arzt – zehn Gramm zerkleinerte Kürbissamen täglich zu sich nehmen.

Wundervitamin oder Durchlaufposten: Und was ist mit C?

 width=Über Vitamin C wurden ganze Bücher verfasst, und während die einen es für eine Art Wunderdroge halten, die in ausreichender Dosierung sogar Krebs und andere schwere Leiden heilen soll, kümmern sich viele andere kaum bewusst darum – sie nehmen es nebenbei mit der Nahrung auf und belassen es dabei. Welche Rolle aber spielt es wirklich für unseren Körper? Wo hilft es, und wo eher nicht? Und kann man zu viel davon nehmen?

Erst einmal ist Vitamin C nichts weiter als ein wasserlösliches Vitamin,

das chemisch Ascorbinsäure genannt wird. Natürlicherweise ist Vitamin C vor allem in Gemüse und Obst enthalten. Vielen verarbeiteten Lebensmitteln, zum Beispiel Fleisch- und Wurstwaren, wird Vitamin C als Zusatzstoff beigegeben (Antioxidationsmittel, E300 bis E304, E315 und E316), um sie haltbar zu machen und eine frische Farbe zu behalten. Außerdem sind speziell mit Vitamin C angereicherte Lebensmittel auf dem Markt.

Vitamin C ist wichtig für den Körper und an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt:

 Es wird unter anderem gebraucht zum Aufbau des Bindegewebes (Kollagen), der Knochen und der Zähne. Bei der Verdauung verbessert es die Verwertung von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln und hemmt die Bildung von Nitrosaminen, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen.

Andererseits ist,

entgegen der landläufigen Meinung, wissenschaftlich bislang nicht bewiesen, dass die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten Erkältungen vorbeugen oder heilen kann. Demzufolge besteht also eigentlich kein Anlass für die routinemäßige Einnahme eines Präparats – nur bei Personen unter schwerer körperlicher Belastung oder in kalter Umgebung wurde wirklich ein verringertes Infektionsrisiko Risiko durch die Einnahme von Vitamin-C festgestellt. Aber ebenso richtig ist auch, dass uns eine heiße Zitrone gut tut, wenn wir uns eine Erkältung eingefangen haben, und schaden kann es tatsächlich nicht.

Die gute Nachricht ist also:

 Man kann die Dosierung von Vitamin C relativ gefahrlos ausprobieren, denn überschüssiges Vitamin C scheidet der Körper einfach wieder aus. Weil es sich dabei allerdings um eine Säure handelt (Ascorbinsäure), sollten empfindliche Menschen darauf achten, ihren Magen nicht zu übersäuern. Die Einnahme von bis zu etwa 1 g Vitamin C pro Tag zusätzlich zur Zufuhr mit der Ernährung gilt als nicht schädlich und sollte nicht mit Nebenwirkungen verbunden sein. Ab einer Zufuhr von 3 g bis 4 g pro Tag allerdings können schon mal Magen-Darm-Beschwerden wie etwa Durchfall auftreten.
Außerdem gibt einige Personengruppen, die eher vorsichtig sein sollten: Dazu gehören zum Beispiel Menschen mit Nierenschäden oder mit einer Veranlagung für Harn- und Nierensteine. Nach unten hin wird empfohlen, bei Säuglingen und Kindern etwa 20 mg pro Tag und bei Erwachsenen etwa 120 mg pro Tag nicht zu unterschreiten.

Zu wenig Vitamin C ist heute die Ausnahme:

In unseren entwickelten Ländern kommt ein echter Vitamin-C-Mangel praktisch nicht mehr vor. Vor ein paar hundert Jahren sah das noch anders aus: Seeleute fürchteten damals nicht in erster Linie Piraten oder Stürme: Die größte Angst hatten sie vor einer seltsamen Krankheit, die ihre Zähne faulen ließ, ihre Kraft und letztlich ihr Leben nahm – Skorbut. Erst im 18. Jahrhundert erkannte man, dass Skorbut eine ernährungsbedingte Krankheit und durch einen gravierenden Mangel an Vitamin C ausgelöst wird. Zum Beispiel Sauerkraut wurde als ein wirksames Gegenmittel eingesetzt: Mit einer regelmäßigen Portion Sauerkraut auf dem Speiseplan bekam James Cook auf seinem Schiff die Krankheit in den Griff, und bald danach war der Spuk vorbei.

Verheizen Sie Ihr Geld? Diese Tipps helfen Ihnen, Heizkosten zu senken

 width=Der Herbst steht vor der Tür und damit auch die nächste Nebenkostenrechnung. Gerade in der kalten, dunklen Jahreszeit drehen sich die Zähler besonders gierig – schließlich möchte man es hell, warm und kuschelig haben. Zum Glück gibt es einfache Möglichkeiten, Aufwand und Kosten fürs Heizen zu senken, ohne frieren zu müssen. Die 5 wichtigsten stellen wir kurz vor :

Wenn der Experte zweimal klingelt

Nur eine richtig eingestellte Heizung liefert effizienteste Heiz-Ergebnisse. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig einen Heizungsexperten Ihrer Anlage auf den Zahn fühlen zu lassen. Diese kleine Wartung kostet nicht viel, erspart Ihnen Ärger und Geld und sorgt auch für eine längere Lebensdauer Ihrer Heizungsanlage – kleine Maßnahme, große Wirkung!

Auf die richtige Temperatur kommt es an

Ihr Schlafzimmer gleicht einer Sauna? Das fördert weder den Schlaf noch die Effizienz. Machen Sie es sich gemütlich, aber übertreiben Sie nicht – denn zu warme Räume begünstigen paradoxer Weise Erkältungen und gehen mächtig ins Geld. Generell gilt, dass alle genutzten Wohnräume auf rund 20°C (Stufe 3) und das Bad auf rund 23°C (Stufe 3-4) geheizt werden sollten. Im Schlafzimmer sollten hingegen kühle 16-18°C (Stufe 2-2,5) herrschen – das sorgt auch für das beste Schlafklima. Ungenutzte Räume kommen gut auf Stufe 1 (12°) durch den Winter. Also; Thermostat runter und Heizkostenersparnis rauf.

Hören Sie auf, am Rad zu drehen

Wer morgens ein wohlig warmes Badezimmer schätzt oder nach der Arbeit in eine Wohnung mit Wohlfühltemperatur kommen möchte, muss dafür nicht durchgehend heizen…schließlich sind die Räume ja den Großteil der Zeit ungenutzt. Mit digitalen Thermostaten lässt sich minutengenau steuern, wann die Heizung auf welche Temperatur heizen soll – ohne das per Hand regeln zu müssen. Bei vielen Modellen können Sie sogar unterwegs per Smartphone die Temperatureinstellung ändern – wenn Sie z.B. früher Feierabend machen oder länger arbeiten müssen. Mit dieser schlauen Technik für schlaue Köpfe vergessen Sie nie wieder die Heizung herunterzudrehen und heizen nur dann, wenn Sie es wirklich brauchen.

Werfen Sie Ihr Geld nicht zum Fenster heraus

Experten raten zum „richtigen Lüften“, doch wer möchte schon bei eisigen Temperaturen gern das Fenster aufmachen? Dabei ist es so wichtig! Und damit Sie nicht für Draußen heizen und drinnen frieren, gilt die richtige Formel wie folgt. Zweimal täglich Heizkörper aus, die Fenster – am besten gegenüberliegende Fenster – weit öffnen und 10 Minuten für ordentlich Durchzug sorgen. Danach Fenster wieder schließen und Heizung wieder aufdrehen. Dauergekippte Fenster sollten unbedingt vermieden werden, da dadurch die Wände auskühlen, viel Heizwärme ungenutzt verpufft und die Heizrechnung unnötig in die Höhe schnellt.

Zeit für etwas Neues

Zugegeben – der folgende Tipp fällt nicht in die Rubrik “einfach & günstig” – aber kann viel bewegen: Alte Heizkessel bringen oftmals nicht mehr die gewünschten Heizergebnisse und verbrauchen, an heutigen Standards gemessen, viel zu viel. Lassen Sie sich für alte Heizungen bei der nächsten Wartung einmal vom Fachmann durchrechnen, wie viel Energie und Kosten Sie mit einer Erneuerung sparen könnten. Manche Energieanbieter und Dienstleister bieten Ihnen dabei sogar sogenannte Contracting-Lösungen an: dabei zahlen Sie statt der neuen Heizung nur über einen bestimmten Zeitraum einen Aufschlag auf Ihre Heizrechnung und der Anbieter übernimmt sämtliche Wartungsmaßnahmen und deren Kosten. Der Effizienzgewinn durch neuere Technik reicht oft aus, um trotz des erwähnten Aufschlags direkt zu sparen.

BONUS: Jetzt wird’s kuschelig

Heizkosten lassen sich auch sparen, wenn Sie auch im Haus etwas wärmere Kleidung tragen. Und wenn es doch mal kälter wird, schnappen Sie sich einfach Ihren Schatz und kuscheln sich mit einem Tee unter eine warme Decke. Das spart nicht nur Heizkosten, sondern lässt auch Ihre Beziehung auf ihre Kosten kommen.

Flexibel bleiben: Mit regelmäßiger Gymnastik die eigene Beweglichkeit sichern

 width=Gymnastik – das klingt vielleicht erstmal etwas langweilig, irgendwie nach Turnstunde in den Siebzigern, außerdem kann Gymnastik ganz schön anstrengend sein. Aber Sportwissenschaftler und Mediziner empfehlen mit Nachdruck regelmäßige Leibesübungen, um die eigene Beweglichkeit bis ins Alter zu erhalten. Und wer einmal mit offenen Augen durch die Nachbarschaft streift, der kann Siebzigjährige beobachten, die sich mit Mühe gerade mal zum Briefkasten schleppen, während andere in diesem Alter am Wochenende mit ihren Enkeln Surfen gehen. Regelmäßige Gymnastik wird deshalb für Jung und Alt empfohlen, sie hält fit und mobil, lässt sich einfach und fast überall im Tagesablauf unterbringen und beugt vielen Problemen vor. Experten raten also: Streckt euch, reckt euch, dehnt euch. Warum Gymnastik so gesund ist, bei welchen Beschwerden das Training hilft, was Sie beachten sollten, lesen Sie hier:

Gymnastik – einfach, vielseitig und gesund

Den Begriff Gymnastik verbinden viele lediglich mit Übungen wie Kniebeugen oder Liegestützen, aber das Gebiet ist umfassender: Gymnastik kann entweder auf den ganzen Körper abzielen oder auf bestimmte Bereiche. Spezielles Bauch-Beine-Po-Training wird zum Beispiel oft von Frauen praktiziert, die ihre so genannten Problemzonen bekämpfen wollen – und hier gibt es dann Übungen, die explizit den Rücken, den Beckenboden oder die Venen kräftigen. Wer Probleme mit den Gelenken hat oder ein paar Hüftpolster zu viel mit sich herumträgt, kennt die Vorteile der Aqua-Gymnastik. Fitte machen Aerobic, andere lernen Yoga oder Pilates. Skifahrer trimmen sich mit Skigymnastik, Lädierte bekommen Krankengymnastik verordnet.

Mit gymnastischen Übungen kräftigen wir unsere Muskulatur,

gleichzeitig dehnen wir sie und bleiben dadurch auf Sicht beweglicher und mobiler. Muskeln, die wir selten oder gar nicht benutzen, werden schlaff und verkürzen sich mit der Zeit. Dadurch lässt die Leistungsfähigkeit nach, was wiederum zu Überlastungen und Verspannungen führen kann. Die Folgen sind oft: Schmerzen und eine  eingeschränkte Beweglichkeit.
Durch Gymnastik können wir gezielt die vernachlässigten Muskelgruppen stärken und wieder ein Gleichgewicht herstellen. Dehnen lockert die verspannten Muskeln, was uns dann auch insgesamt entspannt. Fitte und lockere Muskeln können besser ihre Funktion erfüllen. Wenn wir zum Beispiel stolpern, können wir mit einer trainierten Muskulatur besser die Balance halten und fallen meist gar nicht hin, wo ein untrainierter Körper den drohenden Sturz dann nicht mehr verhindern kann. Gymnastik macht denn Alltag einfacher: Wir können die Schuhe leichter zuschnüren und fangen die Gabel auf, bevor sie auf den Boden fällt.

Gymnastik ergänzt auch den Ausdauersport

Denn Joggen, Radfahren und Nordic-Walking stärken in erster Linie das Herz-Kreislauf-System, aber die Muskulatur wird dadurch nicht gedehnt. Gymnastische Übungen kräftigen und dehnen stattdessen die Muskulatur.

Von regelmäßiger Gymnastik profitiert erst einmal jeder Mensch, unabhängig vom Alter

Während jüngere allerdings meist ohnehin beweglicher sind, potenziert sich der Nutzen der Übungen mit zunehmendem Alter – wie oben im Gegensatz Briefkastengang vs. Surfwochenende beschrieben. Wer spezielle Beschwerden hat – etwa im Rücken, im Nacken, in den Schultern oder an den Knien – kann gezielte Übungen umsetzen, die genau Problembereiche ansprechen. Vor dem Trainingsstart sollte allerdings ein Arzt oder Physiotherapeut gefragt werden. Der kann erstens die Ursache der Beschwerden  feststellen und zweitens – unter Umständen – eine Physiotherapie verordnen, die dann die Krankenkasse bezahlt.

Auch bei Arthrose,

entzündlichen Gelenkkrankheiten oder Muskelbeschwerden sollte vorher fachlicher Rat gesucht werden, um festzustellen, welche Art Gymnastik am besten geeignet und damit am wirkungsvollsten ist.

Übungen kann man sich selbst beibringen,

allerdings sollte man immer ein wenig vorsichtig sein. Schmerzt es bei bestimmten Bewegungen oder ab einer gewissen Intensität, dann sollte man aufhören und es vielleicht am nächsten Tag noch einmal versuchen. Bleiben die Beschwerden, ist auch hier ein Gang zum Arzt empfehlenswert, denn manchmal stecken andere Probleme hinter Schmerzen in bestimmten Körperregionen, die sich durch Gymnastik nicht angehen lassen. 

Wichtig ist auch,

die Ziele gerade am Anfang nicht zu hoch anzusetzen – gymnastische Übungen wirken erst mit der Zeit und bauen aufeinander auf. Bei Vorturner im Fernsehen oder im Fitnessstudio sehen die Übungen vielleicht einfach aus, aber die eigenen , vergleichsweise untrainierten Muskeln können schon viel früher schwächeln. Geduld und Augenmaß sind wichtig: Die Übungen sollte man machen, so gut es gerade geht und ohne sich übermäßig anzustrengen, im Zweifelsfall sollte man die Einheiten abkürzen und wenn nötig ein bisschen lockerer ausführen. Der Erfolg in Form gesteigerter Mobilität kommt ganz bestimmt – vielleicht nicht gleich morgen, aber nach ein paar Wochen ganz sicher.

Wirklich verletzen können wir uns am ehesten,

wenn wir zu intensiv trainieren und uns überfordern. Wer sichergehen möchte, dass er sich nicht doch aus Versehen schadet, schließt sich am besten einer Gruppe unter fachkundiger Anleitung an. Positiver Nebeneffekt: Sport unter Gleichgesinnten kann zusätzlich motivieren.

Zähne gut, alles gut: Gesund beginnt im Mund

 width=Zähneputzen ist wichtig, wenn man schöne und gesunde Zähne haben und erhalten möchte – klar soweit, jedem bekannt und erstmal nichts neues. Dass Erkrankungen von Zähnen und Mundraum aber weitreichende Auswirkungen auf den Bewegungsapparat oder auch das Herz-Kreislauf-System haben können, wissen vielleicht nicht so sehr viele Menschen, und auch die Zusammenhänge von Mundgesundheit und chronischen Erkrankungen sind manchem vielleicht neu. Wir haben im Folgenden ein paar Fakten rund um das Thema „Gesund beginnt im Mund“ zusammengefasst:

Der menschliche Körper ist ein überaus komplexes System,

dessen Zellen, Gewebe, Organe und Subsysteme in vielfältigen Wechselwirkungen miteinander stehen. Daher wirkt sich die Erkrankung eines Bereiches – zum Beispiel eben eine Entzündung im Mundraum – oft auch auf andere Bereiche oder auch auf den gesamten Körper aus.
Zahnfleischentzündungen, Karies oder Entzündungen in der Mundhöhle äußern sich daher oft nicht nur mit lokalen Symptomen, sondern auch mit Schmerzen und anderen Krankheitsanzeichen in weit entfernten Körperregionen.

Als Teil der Mundschleimhaut übernimmt das Zahnfleisch (medizinisch Gingiva) wichtige Aufgaben:

Es umgibt die Zähne und ist durch unzählige Fasern mit den einzelnen Zähnen verbunden. Diese festen Verbindungen sorgen gemeinsam mit den Zahnwurzeln für die notwendige Stabilität der Zähne, die auch einem kräftigen Zubeißen standhält. Das Zahnfleisch wirkt wie ein Siegel um die Zahnhälse und verhindert das Eindringen von Speisebrei, Plaque oder Bakterien in den Bereich der Zahnwurzel und schütz so schützt vor Keimen und Infektionen. Gesundes Zahnfleisch weist eine zartrosa Färbung auf und blutet nicht beim Zähneputzen. An der Oberfläche sind leichte Erhebungen spürbar – auch in den Zahnzwischenräumen sitzt das Zahnfleisch stabil.
Der Begriff Mundflora bezeichnet den gesamten Bereich der Mikroorganismen im Mund. Einige Milliarden Bakterien und verschiedene Hefen leben im feuchten und wohltemperierten Milieu der Mundhöhle. Etwa zwei Drittel der oralen Mikroben befinden sich auf der Zungenoberfläche. Die Mundflora schützt in erster Linie vor Krankheitserregern, die sich in der Mundhöhle einnisten möchten und ist essentiell wichtig für eine gesunde und gut funktionierende Verdauung. Noch bevor die Nahrung in den Magen gelangt, finden bereits im Mund erste Verdauungsprozesse und biochemische Vorgänge statt. Deshalb ist es auch so wichtig, gut und ausgiebig zu kauen.

Eine aus dem Gleichgewicht geratene Mundflora begünstigt Entzündungen,

die sich eben nicht nur auf den unmittelbar umgebenden Bereich im Mund, sondern auch in anderen Regionen des Körpers auswirken können, zum Beispiel:

Entzündungen im Mundraum können den gesamten Bewegungsapparat aus der Balance bringen. Häufige Symptome dabei sind:

• Spannungskopfschmerz
• muskuläre Verspannungen in Hals und Nacken
• Rückenschmerzen
• Hüft- oder Kniebeschwerden

Auslöser dieser und ähnlicher Beschwerden ist häufig die Schonhaltung infolge einer schmerzhaften Entzündung des Zahnmarks oder einer Kieferentzündung, bei der man nur noch auf einer Seite kaut. Dadurch entstehen muskuläre Dysbalancen und kleine  Fehlhaltungen, die sich auf die Wirbelsäule und das gesamte Skelett auswirken können.
Ein ähnlicher Effekt ergibt sich durch andere zahnmedizinische Probleme: sowohl durch eine Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer, die den normalen Bewegungsablauf beeinträchtigen, wie zum Beispiel auch eine Dauerbelastung beim nächtlichen Zähneknirschen (Bruxismus).
Die Abklärung einer möglichen zahnmedizinischen Ursache lohnt insbesondere dann, wenn die obig genannten Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten und bisherige Untersuchungen (Allgemeinmedizin, Orthopädie, Rheumatologie etc.) keine Hinweise auf mögliche Ursachen für die Muskel- bzw. Gelenkprobleme erbracht haben.

Bei länger andauernden Entzündungen im Mundraum können sich Krankheitserreger ungehemmt vermehren,

zudem bildet das absterbende Gewebe zahlreiche Giftstoffe. Diese können über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen, und das wiederum kann unter anderem zu Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems führen: Die Entzündungserreger verringern die Elastizität der Blutgefäße und steigern damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Problematisch ist das vor allem deshalb, weil die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems oft lange unentdeckt bleibt. Umso wichtiger sind die halbjährlichen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, damit mögliche Entzündungen frühzeitig ausgeheilt werden können.

Ebenfalls eine gefährliche Wechselwirkung kann zwischen entzündlichen Erkrankungen im Mundraum und Diabetes mellitus auftreten:

Zum einen erhöht Diabetes das Parodontitis-Risiko, zum anderen beeinflussen die Entzündungserreger den Blutzuckerspiegel und fördern die Insulinresistenz des Diabetes-Patienten. Eine ähnliche Wechselwirkung lässt sich auch bei Rheuma und rheumatischer Arthritis beobachten: Entzündungserreger aus dem Mundraum können in die Gelenke gelangen – umgekehrt erschwert die eingeschränkte Mobilität von Kiefergelenk und Händen die Mundhygiene und vergrößert damit das Entzündungsrisiko.
Diabetes- und Rheuma-Patienten sollten allein deshalb besonders auf die täglichen Mundhygiene achten und regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Zusätzliche Prophylaxemaßnahmen, insbesondere die regelmäßige professionelle Zahnreinigung, sind hier besonders empfehlenswert.

Gesundheit mit Geschmack: 10 gesunde Gewürze und ihre Wirkung

 width=Ohne Zweifel gehören Gewürze zu den schönsten Nebensachen der Welt: Natürlich kann man auch ohne, aber wer will schon Steak ohne Pfeffer, Kartoffeln ohne Salz oder Paella ohne Safran? Kulinarisch sind Gewürze nun mal von kaum zu überschätzender Bedeutung, und ganz auf sie verzichten möchte wohl wirklich niemand (auch wenn einer sparsame Verwendung durchaus sinnvoll sein kann). Neben ihrer kulinarischen Bedeutung sind Kräuter und Gewürze aber auch wichtig für verschiedene Gesundheitsaspekte.

Gewürze wirken zum Beispiel entzündungshemmend, können unterstützend für die Fettverbrennung sein und kurbeln außerdem den Stoffwechsel an. Selbst der Blutzuckerspiegel kann oft mit den richtigen Gewürzen stabilisiert werden. Auch können sie antiviral, antibakteriell und pilzbekämpfend wirken.
Mit Gewürzen verfeinern wir also nicht nur unsere Mahlzeiten, sondern können Entzündungen hemmen, viele Krankheiten lindern oder vorbeugen und zum Beispiel die Verdauung fördern. Und das, anders als bei Medikamenten, ohne große Nebenwirkungen, zumindest solange man es nicht übertreibt. Hier eine, zugegeben, etwas subjektive Topliste gesunder Gewürze und Ihrer Wirkung auf unsere Gesundheit:

Zimt

Wer Probleme mit dem LDL Cholesterinspiegel hat, sollte Gerichte zu sich nehmen, die mit Zimt gewürzt sind. Zimt ist ein außerdem das Gewürz, das den Blutzucker stabilisieren und den Triglycerinspiegel reduzieren kann. Zimt kennt fast jeder aus seiner Kindheit: Mit Zucker vermischt und auf frisch zubereiteten Milchreis gestreut, ist Zimt ein echter Genuss. Zimt wird aus der Rinde von Zimtbäumen gewonnen.

Ingwer

Ingwer ist eine Wurzel und wächst in den Tropen und wird in Vietnam, Indien, China, Japan und auch Australien angebaut. Wer viel reist und mit Reisekrankheit kämpft, kann sich vorsorglich immer ein Stück Ingwer in die Tasche stecken: Ingwer hilft bei Erbrechen und Übelkeit. Weil Ingwer anti-virale Eigenschaften hat, kann es auch bei Halsschmerzen und Grippe zum Einsatz kommen. Bei einer Erkältung wird der Ingwer in Scheiben geschnitten und mit ein wenig Honig und einer frischen Zitrone mit kochendem Wasser aufgegossen. Zudem regt Ingwer die Durchblutung an und hilft dabei, die roten Blutkörperchen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

Kurkuma

Kurkuma ist ein aus Indien stammendes Gewürz, das zum Beispiel helfen kann, uns vor Herzerkrankungen zu schützen. Zudem ist Kurkuma dafür bekannt, die Leberfunktion zu verbessern und entzündungshemmend zu wirken. Vor allem, wer gerne Reisgerichte isst, sollte auf Kurkuma nicht verzichten – sowohl des Geschmacks wie auch seiner Wirkung wegen.

Basilikum

Basilikum kann dem Körper helfen, schädliche Bakterien wie Staphylokokken, Listerien und E-Coli zu bekämpfen. Es hilft außerdem, Blähungen zu lösen. Am häufigsten ist Basilikum in Asien und dem tropischen Afrika zu finden. Basilikum wirkt außerdem bei Darmerkrankungen und Arthrose. Auch wer Allergien hat, sollte die Wirkung von Basilikum nutzen. Basilikum eignet sich als Gewürz klassischerweise zum Bestreuen von Tomaten und Pastagerichten.

Gewürznelken

Gewürznelken wirken keimtötend und zudem antiseptisch – und weisen nebenher einen intensiven, pikanten Geschmack auf. Am häufigsten sind sie in den Subtropen und den Tropen verbreitet und zu finden. Wer schon einmal Zahnschmerzen hatte, hat auch sicher schon davon gehört, dass Nelken hier sehr wirksam sind. Gewürznelken eignen sich zum Beispiel sehr gut zur Verfeinerung von Rotkohl.

Kümmel

Wer Verdauungsprobleme hat, sollte es ruhig mal mit etwas Kümmel versuchen. Die Heimat des Kümmels sind die Mittelmeerländer und Vorderasien. Kümmel kann dabei helfen, den Blutzucker zu stabilisieren und verfügt über hohe Anteile von Vitamin C und Vitamin A. Zudem ist Kümmel für die Menschen geeignet, die Probleme mit ihren Eisenwerten haben. Kümmel eignet sich hervorragend für viele Kohlgerichte, und wer mit Chili kocht, sollte sich ruhig trauen, auch dort etwas Kümmel zu ergänzen.

Rosmarin

Rosmarin wächst im zentralen und westlichen Mittelmeerraum von Portugal bis zum Schwarzen Meer. In Rosmarin sind Wirkstoffe zu finden, die eine entzündungshemmende Wirkstoffe aufweisen. Wer gerne grillt, weiss, dass Rosmarin sich hervorragend eignet, um das Grillgut zu marinieren – gern auch in Kombination mit Olivenöl und Zitronensaft. Und wenn es kein Fleisch sein soll: Kartoffeln vierteln, mit Butterflocken belegen, etwas Salz und Rosmarin drauf streuen und ab in den Ofen zum Backen.

Thymian

Thymian ist ein Gewürz, das oftmals als Zusatzstoff in Hustenbonbons zu finden ist, aber auch in vielen Mundwässern zu finden ist. Die Inhaltsstoffe von Thymian sind hilfreich, wenn Bronchitis, Asthma oder Halsschmerzen auftauchen. Mit Thymian lassen sich außerdem Linsen oder Geflügelgerichte geschmacklich hervorragend aufwerten.

Oregano

Vor allem das im Oregano enthaltene Öl weist eine gut belegbare antibakterielle Wirkung auf und wirkt außerdem pilzbekämpfend. Auch seine antivirale Wirkung ist hilfreich für den Körper. Oregano ist eines der Gewürze, das sich zum Beispiel in Salaten oder unzähligen Varianten frischer Tomatensauce besonders wohl fühlen.

Knoblauch

Der Knoblauch gibt nicht nur jedem Gericht nicht nur einen kräftigen, unverwechselbaren Geschmack, er verbessert und fördert auch die Durchblutung, die unseren Körper wesentlich am Laufen hält. Knoblauch kann aber auch noch mehr: Auch der Darm kommt mit Knoblauch in Schwung, darüber hinaus kann Knoblauch den Cholesterinspiegel senken helfen und stärkend auf das Immunsystem wirken.
Beim Braten sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass der Knoblauch nicht allzu stark erhitzt wird – sonst wird das Gericht schnell bitter und ist für die Geschmacksnerven kein wirklicher Hochgenuss mehr. Knoblauch lässt sich übrigens recht leicht im Garten oder auf dem Balkon ziehen.

Perfekte Pausensnacks: Gesunder Start in die Schule!

 width=Es ist irgendwie kaum zu glauben, aber in den ersten Bundesländern geht die Schule wieder los. Sechs Wochen Sommerferien – das scheint endlos, wenn die freien Tage endlich beginnen. Aber wie schnell sind sie dann schon wieder vorbei, und der Alltag hat uns wieder – Kinder, Eltern und auch Lehrer. Die ersten Tage in der Schule sind oft nicht so einfach, denn unser Körper läuft noch im Ferienmodus, und schnelle Umstellungen sind oft mit Stress für Leib und Seele verbunden. Damit wir trotzdem fit und aufnahmefähig in den Tag starten, kann die richtige Ernährung helfen, beim Frühstück natürlich und auch beim Pausensnack.

Einige Nahrungsmittel haben einen besonders günstigen Effekt auf das Leistungsvermögen des Gehirns. Sie verbessern die Merk- und Konzentrationsfähigkeit, da spezielle Wirk- und Schutzstoffe enthalten sind. Diese Lebensmittel werden in letzter Zeit häufig unter dem Begriff Brainfood, also Hirnnahrung zusammengefasst, und dazu gehören zum Beispiel Hafer, Nüsse, Müsli, Fisch, Dinkel, Soja und Äpfel. Sie alle gelten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als typische Vertreter des Brainfoods – und tragen wesentlich dazu bei, unseren Denkapparat zu unterstützen. Ein Früchtemüsli ist also ein idealer Vorschlag für das Frühstück, damit wir fit in den (Schul-) Tag starten.

Wichtig für das optimale Funktionieren unseres Gehirns ist darüber hinaus eine regelmäßige Energiezufuhr:

Für eine optimale Leistungsfähigkeit des Gehirns ist ein konstanter Blutzuckerspiegel wichtig, und damit sind wir beim Thema Pausenbrot. Denn eine ordentliche Zwischenmahlzeit am Vormittag hält die grauen Zellen frisch und lässt Kinder den Schultag hellwach und munter absolvieren. Gute Leistungen sind nicht nur eine Frage der Intelligenz. Wichtig ist auch, dass das Gehirn optimal mit Nährstoffen versorgt wird. Studien zeigen: Das Frühstück allein reicht nicht aus, um bis mittags fit und aktiv zu bleiben – der Körper braucht zwischendurch neue Energielieferanten wie Vitamine, Calcium und Eiweiß. Aber auch der weltbeste Pausensnack ist unnütz, wenn er in der Tasche bleibt – deshalb ist es gut, die Kinder beim Speiseplan mitreden zu lassen und eine vertretbare Balance zwischen Schokoriegel und Kohlrabischnitzel auszuhandeln.

Es ist nun mal so:

Das gesündeste Pausenbrot ist ein Brot aus vollem Korn. Kinder mögen Vollkornbrot, wenn es fein vermahlen und saftig ist. Ihr Kind isst das nicht? Dann geben Sie ihm Sonnenblumen- oder Mischbrot mit. Achten Sie darauf, dass der Brotbelag nicht zu üppig ist: Fettarme Käse- und Wurstsorten liefern nicht nur weniger Kalorien, sie sind auch leichter verdaulich. Und in ihnen steckt mehr Eiweiß. Das braucht der Körper, um leistungs- und widerstandsfähig zu bleiben.


Dünn geschnittenes Gemüse hält das Brot saftig und sieht appetitlich aus. Ihr Kind mag lieber Joghurt oder Quark? Eine gute Wahl, denn darin stecken der Knochenstärker Calcium, wertvolles Eiweiß und Vitamine. Die Milchsäurebakterien bringen den Darm und von dort aus den ganzen Körper in Schwung. Obst und Gemüse gehören natürlich immer in die Brotbox. Am besten geputzt und klein geschnitten, denn Kinder essen doppelt so viel Obst und Gemüse, wenn es ihnen mundgerecht angeboten wird.  Und Kinder, die Süßes lieben, bekommen Beeren, Apfel-, Birnen- und Aprikosenspalten, kernlose Weintrauben oder andere Lieblingsfrüchte mit.

Ok soweit,

aber lassen Sie uns den Tatsachen ins Auge blicken: Kinder stehen nunmal oft eher auf Müsliriegel oder Milchschnitten als auf jedes noch so mundgerecht bereitete Gemüse. Laut Forschungsinstitut für Kinderernährung sind das nicht die idealen Snacks für die Schulpause: Die meisten enthalten zu viel Fett und Zucker und zu wenig Nährstoffe, sind also eher Süßigkeiten, die den Blutzuckerspiegel nur kurz ansteigen lassen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die „Besser-als-nichts“-Theorie, und auch da ist etwas dran – denn im Zweifelsfall ist ein Müsliriegel in der großen Pause immer noch besser als die Vollkorn-Gemüse-Schnitte, die am Nachmittag unberührt aus der Brotbox exhumiert wird.

Es sind also Kompromisse und Verhandlungsgeschick gefragt:

Riegel ja, aber auch Obst. Kinderquark ok, aber die Möhrchen werden auch gegessen, und so weiter. Die Kinder sollten auf jeden Fall beim bestücken der Frühstückstüte mitreden dürfen, denn damit erhöht sich die Chance, dass der Pausensnack letztlich auch gegessen wird.

Und nicht zuletzt:

Ans Trinken denken! Denn mindestens ebenso wichtig wie Energie und Nährstoffe ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, wenn der Denkapparat gut funktionieren soll. Optimal sind Wasser oder dünne Fruchtschorlen, manche Kinder mögen auch kalte Früchtetees oder Ähnliches.
Und bei aller noch so richtigen Ernährung bleibt uns ja außerdem die Gewissheit: Die nächsten Ferien kommen ganz bestimmt!

 

Wirkung ohne Wirkstoff: Der Placebo-Effekt

 width=Placebos sind eigentlich keine Arzneimittel, denn es sind Präparate ohne Wirkstoffe – und werden in vielen Therapien dennoch mit erkennbarem Erfolg eingesetzt. Meist handelt es sich bei den Scheinmitteln um harmlose Zuckerpillen oder Kochsalzlösungen.

In klinischen Studien haben Placebos üblicherweise die Rolle der inaktiven Kontrolle:

Während einer Gruppe echte Medikamente verabreicht werden, bekommt eine Kontrollgruppe Placebos. Am Ende werden dann die Wirkungen mit denen der Arzneistoffe verglichen. Und allein schon dieses Vorgehen macht deutlich, welche Auswirkungen der Placebos-Effekt haben kann – denn wenn es ihn nicht gäbe, bräuchte man ja auch keine Kontrollgruppe, die zwar Tabletten, aber keine Wirkstoffe aufnimmt. Weil aber allein schon das Einnehmen von Präparaten (oder eben Placebos) Auswirkungen hat, braucht man eine Vergleichsgruppe mit einer Scheintherapie.

Lange Zeit hieß es,

die Wirkung beruhe nur auf der Einbildung der Patienten. Das ist aber inzwischen eindeutig widerlegt: Der Placebo-Effekt ist ein messbarer neurobiologischer Vorgang. Dank moderner Untersuchungsmethoden lässt sich die Wirkung der Scheinmedikamente auf das Gehirn ziemlich genau nachverfolgen. Das Ergebnis: Tatsächlich sind Placebos auch selbst wirksam. Vergleicht man Patienten, die im Rahmen von ­klinischen Studien mit Placebos behandelt wurden, mit Patienten, die gar keine Behandlung erhielten, geht es denen mit Placebo-Therapie oft besser. Das ist für viele Indikationen immer wieder nachgewiesen worden und wird in der Wissenschaft inzwischen nicht mehr bestritten: Placebos können wie echte Medikamente Krankheitssymptome deutlich bessern, wenn der Patient an ihre Wirksamkeit glaubt.

Erklärt wird dieser Effekt wie folgt:

Der Patient erwartet, dass es ihm nach Einnahme einer Tablette besser geht. Er ist es so gewohnt, und er glaubt daran, dass ihm Arzt und Medikament helfen. In diesem Moment aktiviert die Psyche unsere körpereigene Biochemie: Das Gehirn befiehlt dem Körper, bestimmte Hormone auszuschütten, zum Beispiel bei Kopfschmerzen Endorphine, die als Schmerzstopper wirken. Dadurch werden die Schmerzen dann tatsächlich gelindert, auch wenn gar kein wirksames Medikament eingenommen wurde. Placebos können also keinen Knochenbruch heilen, wohl aber die dadurch entstandenen Schmerzen lindern, allein schon Hoffnung und Glaube können Nervenzellen und Hormone aktivieren.

Außerdem beeinflussen weitere Faktoren den Placebo-Effekt,

nicht unwichtig sind beispielsweise Persönlichkeit und Vorerfahrungen des Patienten. Hat er wenig Vertrauen in Arzt und Therapie, wird auch das Placebo schlechter wirken. Das Gegenteil ist meist der Fall, wenn er eine höhere Erwartungshaltung mitbringt. Dann hilft das wirkstofflose Präparat besser – Optimisten sind hier also klar im Vorteil. Diese Effekte gibt es nicht übrigens nur bei Placebos, sondern auch bei vielen echten Medikamenten und Therapien: Erwartet der Patient von einer Arznei eine Besserung seines Zustands, wirkt sie tendenziell auch besser.

Nocebo: Negativer Placebo-Effekt

Die Psyche beeinflusst also, wie Medikamente wirken – allerdings in beide Richtungen. So kann das Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen zum Teil auch auf negativen Erwartungen beruhen. Ärzte sprechen dann von einem Nocebo-Effekt, und auch dieser ist durch wissenschaftliche Untersuchungen inzwischen gut belegt: Studienteilnehmer zum Beispiel, die glaubten, ihnen würde Strom durch den Kopf geleitet, entwickelten prompt Kopfschmerzen – Strom floss allerdings dabei zu keiner Zeit. An einem anderen Experiment nahmen Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie teil: Ärzte injizierten ihnen reine Kochsalzlösung, gaben aber an, die Flüssigkeit beinhalte ein Allergen. Als Folge wies jeder vierte Proband allergische Symptome auf.

Um den Placebo-Effekt bewusst einzusetzen und gleichzeitig den Nocebo-Effekt zu vermeiden, müssen zwei Vo­raussetzungen erfüllt sein: Erstens müssen Ärzte und Apotheker sich bewusst sein, dass die Art und Weise, wie sie über ein Medikament sprechen, über dessen Erfolgsaussichten mitentscheidet. Positive Effekte hervorzuheben, ohne mögliche negative Wirkungen zu verschweigen, ist eine Gratwanderung, die viel Einfühlungsvermögen erfordert. Dazu – und das ist die zweite Voraussetzung – braucht man Zeit. Zeit, um sich dem Patienten zuzuwenden, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf einzugehen.